Seine Vornamen gehören zwei faschistischen Diktatoren, seine Partei steht links der Mitte. Im peruanischen Andendistrikt Queropalca hat Hitler Mussolini Simeón Flores die Kommunalwahl vom 4. Oktober gewonnen.
Knapp geschlagen ist ausgerechnet der Kandidat der rechten Renovación Popular. Das Ergebnis ist noch vorläufig.
13 Wähler hätten die Wahl gedreht
Nach den Zahlen der Wahlbehörde ONPE, die Infobae aufgeschlüsselt hat, kam der 45-Jährige auf 229 Stimmen. Das sind 34,5 Prozent der gültigen Stimmen.
Renovación Popular, die Partei des Rechtsauslegers Rafael López Aliaga, holte 204 Stimmen. Dritte wurde País para Todos mit 187 Stimmen, nur 42 hinter dem Sieger.
Insgesamt gaben in Queropalca 707 Menschen ihre Stimme ab. Hätten 13 von ihnen anders entschieden, hieße der Bürgermeister heute anders.
Noch ist er nicht im Amt
Simeón Flores trat für Ahora Nación an. Laut seinen Angaben beim Nationalen Wahlrat JNE wurde er in Queropalca geboren, berichtet die Zeitung La República.
Der Distrikt liegt in der Provinz Lauricocha im Departamento Huánuco, hoch in den Anden. Offiziell gewählt ist Simeón Flores erst, wenn ihn das zuständige Sonderwahlgericht proklamiert.
Warum er so heißt, ist offen
Zu seinem Namen hat sich Simeón Flores bisher nicht öffentlich geäußert. Die Zeitung Peru21 warnt davor, aus der Namensgleichheit auf seine politische Haltung zu schließen.
Einen Hinweis, wie solche Namen entstehen, gibt ein früherer Fall aus Peru.
Der Fall Yúngar: Hitler gegen Lenin
2018 gewann Hitler Alba Sánchez die Bürgermeisterwahl im Andendistrikt Yúngar in der Region Áncash. Er hatte das Amt schon von 2011 bis 2014 inne.
Vor der Wahl wollte ein Bürger namens Lenin Vladimir Rodríguez Valverde seine Kandidatur kippen lassen. Die Wahlbehörden wiesen den Einspruch ab.
Dem Radiosender RPP erzählte Alba Sánchez, sein Vater habe den Namen wohl gewählt, weil er fremd klang. Die Geschichte dahinter habe er nicht gekannt. Sich selbst nannte der Kandidat „den guten Hitler“.
Auch im Parlament saß ein Hitler: Der Chirurg Hitler Saavedra war von 2021 bis zu seinem Tod 2024 Kongressabgeordneter, wie Euronews erinnert.
85 Prozent für Adolf Hitler in Namibia
2020 sorgte Adolf Hitler Uunona weltweit für Schlagzeilen. Der SWAPO-Politiker holte im namibischen Wahlkreis Ompundja 85 Prozent der Stimmen.
Der Bild-Zeitung sagte er damals, sein Name bedeute nicht, dass er nach Weltherrschaft strebe. In der früheren deutschen Kolonie sind deutsche Vornamen bis heute verbreitet.
Amtsantritt im Januar
Bestätigt das Wahlgericht das Ergebnis, tritt Simeón Flores sein Amt am 1. Januar 2027 an. Die Amtszeit der peruanischen Bürgermeister endet am 31. Dezember 2030.
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