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Ukrainekrieg

Erdogan nach ukrainischem ATACMS-Angriff: Russland hat das Recht auf Selbstverteidigung

Der türkische Präsident bezog sich auf die Aktualisierung der russischen Nukleardoktrin, die wenige Stunden nach dem ukrainischen Beschuss mit US-ATACMS-Raketen erfolgte.

Katerina Alexandridi
3 Min
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan während seiner Pressekonferenz am G20-Gipfel

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan während seiner Pressekonferenz am G20-Gipfel

© dts Nachrichtenagentur/Imago

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat erklärt, dass die Nato die aktualisierte russische Nukleardoktrin sorgfältig prüfen solle und dass Moskau Maßnahmen ergreifen müsse, um sich selbst zu schützen. Auf einer Pressekonferenz in Brasilien am Dienstag zum Abschluss des G20-Gipfels sagte Erdogan, die Türkei wolle gute Beziehungen sowohl zu Russland als auch zur Ukraine aufrechterhalten. Sein Land werde trotz der jüngsten Entwicklungen – nämlich dem Abschuss von US-ATACMS-Raketen gegen Russland durch die Ukraine und der Erneuerung der Nukleardoktrin Moskaus – weiterhin zum Frieden aufrufen.

„Ich denke, dass diese Erklärung Russlands vor allem eine Antwort auf die Haltung ist, die das Land in Bezug auf den Einsatz konventioneller Waffen eingenommen hat“, sagte Erdogan. „Ich denke, dass dies von der Nato berücksichtigt werden muss. Russland hat das Recht und die Fähigkeit, sich selbst zu schützen und Maßnahmen zu seiner Verteidigung zu ergreifen. Und es war gezwungen, diese Maßnahmen zu ergreifen“, fügte Erdogan hinzu. Und weiter: „Man kann nicht sagen, dass ein Krieg mit Atomwaffen irgendwelche Vorteile hätte“.

Darüber hinaus erklärte Erdogan, die Türkei wolle ihre bilateralen Beziehungen sowohl zu Russland als auch zur Ukraine schützen. „Ich hoffe, dass wir so bald wie möglich einen endgültigen Waffenstillstand zwischen der Ukraine und Russland erreichen und den Frieden sichern können, auf den die ganze Welt sehnsüchtig gewartet hat“, so der türkische Präsident.

Moskau droht nach ukrainischem Abfeuern von ATACMS-Raketen mit Antwort

Nach dem ersten Angriff der ukrainischen Armee auf Russland mit ATACMS-Raketen kündigte der russische Außenminister Sergej Lawrow eine „entsprechende“ Antwort an und schloss dabei auch den möglichen Einsatz russischer Atomwaffen nicht aus. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums erfolgte der ukrainische Angriff mit von den USA gelieferten Waffen auf russisches Gebiet an der Grenze zum Nachbarland. Ukrainische Regierungsvertreter bestätigten der Nachrichtenagentur AFP und anderen Medien den Einsatz der Raketen.

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Bild aus einem Video, das ein mit dem ukrainischen Militär verbundener Telegram-Kanal veröffentlichte. Der Kanal behauptet, es zeige eine von den USA gelieferte ATACMS-Rakete.

Bild aus einem Video, das ein mit dem ukrainischen Militär verbundener Telegram-Kanal veröffentlichte. Der Kanal behauptet, es zeige eine von den USA gelieferte ATACMS-Rakete.

© Lachen Pyshe Telegram/AP

„Wir werden dies als eine neue Phase des westlichen Krieges gegen Russland betrachten und entsprechend reagieren“, sagte Lawrow. Es handele sich um ein „Zeichen“ der Ukraine und ihrer westlichen Verbündeten, dass diese eine Eskalation suchten. In Richtung der westlichen Verbündeten der Ukraine warnte er zudem, diese sollten die russische Nukleardoktrin „vollständig“ lesen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte unmittelbar zuvor die bisher geltenden Regeln für den Einsatz von Atomwaffen gelockert. Ein von ihm unterzeichneter Erlass erlaubt es seinem Land, Atomwaffen gegen einen Nicht-Atomstaat einzusetzen, falls dieser von Atommächten unterstützt wird. Die neue Doktrin erlaubt auch eine atomare Antwort auf „massive“ Luftangriffe, selbst wenn bei diesen nur herkömmliche Waffen eingesetzt werden. Das Weiße Haus verurteilte den Erlass scharf als „unverantwortliche Rhetorik“. (mit AFP)


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