Wetter

Erst Frost, jetzt Sturm und Blitze: Heute Nacht schlägt der Herbst zu

Sturm und Gewitter in der Nacht zum Donnerstag: Wo der Deutsche Wetterdienst warnt, wie kalt es wird und wann es wieder wärmer wird.

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Blitze über einem Wohngebiet: In der Nacht zum Donnerstag ziehen im Norden Deutschlands einzelne Gewitter auf, an der Nordsee warnt der Wetterdienst vor Sturmböen. (Symbolbild)

Blitze über einem Wohngebiet: In der Nacht zum Donnerstag ziehen im Norden Deutschlands einzelne Gewitter auf, an der Nordsee warnt der Wetterdienst vor Sturmböen. (Symbolbild)

© IMAGO/Johannes Koziol

Von der Nordsee schiebt sich in der Nacht zum Donnerstag ein Sturmfeld ans Land, dahinter zieht ein Band aus Regen und einzelnen Gewittern von Ostfriesland bis in die Lausitz.

Der Deutsche Wetterdienst warnt an der Küste vor Sturmböen bis 85 km/h, gegen Morgen sind ganz im Norden einzelne Böen bis 95 km/h nicht ausgeschlossen. Wer dort wohnt, sichert Balkon und Garten besser noch vor dem Schlafengehen.

Gewitter ab dem Abend: Hier startet die Sturmnacht

Auslöser ist ein Tief, das von der Nordsee zum Kattegat zieht. Schon am Abend bilden sich im Nordwesten erste Gewitter, die in kurzer Zeit um 15 Liter Regen pro Quadratmeter bringen können.

Im Lauf der Nacht breiten sich kurze Gewitter über die gesamte Nordhälfte aus. Auf dem Weg nach Südosten verlieren sie deutlich an Kraft.

An der Nordsee frischt der Wind aus Nordwest auf 65 bis 85 km/h auf, an der westlichen Ostsee sind gegen Morgen Böen bis 70 km/h möglich. Für die Nordsee ist das eine Sturmnacht, für Bayern eine ganz normale Herbstnacht.

Welche Landkreise betroffen sind, zeigt die Karte der amtlichen Warnungen. Der Wetterdienst aktualisiert seine Lageeinschätzung am späten Abend.

Donnerstag bis zu 10 Grad kühler – dann dreht das Wetter

Am Mittwoch waren im Südwesten noch bis zu 25 Grad drin. Der Donnerstag schafft nach dem Durchzug der Front nur noch 15 bis 20 Grad.

In der Nacht reicht die Spanne der Tiefstwerte von 14 bis 4 Grad, am kältesten wird es dort, wo der Himmel lange klar bleibt. In Berlin sinkt das Thermometer laut wetter.net auf etwa 8 Grad, eine Unwetterwarnung gibt es für die Hauptstadt nicht.

An den Küsten weht der Wind auch am Donnerstagvormittag noch stürmisch und flaut erst zum Abend ab. Im exponierten Bergland sind tagsüber weiter Böen der Stärke 8 möglich, also um 70 km/h. Zwischen Brandenburg und Sachsen ist ein kurzes Gewitter nicht ganz ausgeschlossen.

Westlich einer Linie von Bremen bis München reißt die Bewölkung schon im Tagesverlauf auf.

Nur 8 km/h bis zum Unwetter: Die Zahl der Nacht

Schon die Sturmböen der Stärke 9, die an der gesamten Nordseeküste erwartet werden, gelten beim DWD als markantes Wetter. Die stärksten Böen erwartet der Wetterdienst gegen Morgen an der nordfriesischen Küste: bis zu 95 km/h. Das entspricht Windstärke 10 auf der Beaufort-Skala, im DWD-Sprachgebrauch eine schwere Sturmböe.

Bis zur Schwelle einer echten Unwetterwarnung fehlen dann nur noch 8 km/h. Die Unwetterkriterien des DWD beginnen bei orkanartigen Böen ab 103 km/h.

Bei Böen dieser Stärke können Äste abbrechen und ungesicherte Gegenstände durch die Luft fliegen. Auf den Inseln und an der Küste sollte man in der zweiten Nachthälfte auf Spaziergänge am Deich verzichten.

Frost, Sturm, Sommerwärme: Warum das Wetter so springt

Noch in der Nacht zum Mittwoch meldete der Wetterdienst im Süden und Südosten örtlich Frost um minus 1 Grad. Ein Hoch über Mitteleuropa hatte die Nächte klar und kalt gemacht.

Jetzt drückt ein Tief im Norden seine Ausläufer ins Land, während sich weit draußen bei Island ein kräftiges Sturmtief aufbaut. Auf dessen Vorderseite strömt warme Luft aus Südwesten nach Mitteleuropa, erklärt Meteorologe Dominik Jung gegenüber t-online.

Die Jahreszeit verstärkt die Sprünge. Seit dem astronomischen Herbstanfang werden die Tage rasch kürzer, in wenigen Tagen sind die Nächte länger als die Tage. Klare Nächte kühlen dann stark aus, während die Nachmittage noch warm werden.

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Kommt jetzt der goldene Oktober?

Nach der Sturmnacht setzt sich ab Freitag von Südwesten die Sonne durch. Morgens hängen vielerorts zunächst Nebelfelder, die sich erst im Lauf des Vormittags auflösen.

Der Freitag bringt in der Südwesthälfte 18 bis 24 Grad, in der Nordosthälfte 16 bis 20 Grad. Zum Wochenende rechnet der DWD am Oberrhein örtlich mit Werten um 29 Grad, im Norden bleibt es kühler.

Wie lange die Wärme hält, ist offen. Jung sieht laut dem Portal beides im Rennen: einen längeren Übergang in einen goldenen Oktober oder einen Wetterwechsel zur Mitte der kommenden Woche.

Normal wären in Karlsruhe Ende September Höchstwerte um 20 Grad.

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