Kinder aus Einwandererfamilien sollen schon im Alter von vier Jahren Sprachtests machen. Dafür hat sich Bildungssenator Klaus Böger (SPD) am Wochenende auf dem ersten, von Migranten organisierten Bildungskongress im Abgeordnetenhaus ausgesprochen. Die Sprachförderung müsse noch stärker als bisher im Vordergrund stehen. Wie sein Sprecher Kenneth Frisse gestern ergänzte, könnten solche Pflichttests ab dem Schuljahr 2008 beginnen.Rund 43 Prozent aller Kinder unter sechs Jahren stammen inzwischen aus Einwandererfamilien. Der Senator verwies darauf, dass der Migrantenanteil unter Kindern in Berlin nur in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen ähnlich hoch liege. "Das ist eine Herausforderung, aber auch eine riesige Chance für die gesamte Gesellschaft", so Böger. Gute Bedingungen in Kitas und Schulen seien "der halbe Weg" zur Integration. Migrationsbeauftragter Günter Piening forderte ein "strategisches Bündnis" von Migrantenvereinen, Eltern und Schulen. Eltern unterschiedlicher Nationalitäten hätten ein großes Bedürfnis, sich untereinander über Probleme auszutauschen und nach Lösungen zu suchen.Der mit Lottomitteln finanzierte Kongress ist laut Safter Cinar vom türkischen Elternverein ein "absolutes Novum". Mehrere hundert russische, türkische, arabische, vietnamesische, griechische Eltern waren dem Aufruf von 40 Vereinen gefolgt, um in zehn Foren über Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Erziehung zu diskutieren. Die Themenpalette reichte vom zweisprachigen Unterricht, über Religion bis hin zur Sexualpädagogik. Muslimische Frauen wünschten sich unter anderem mehr islamische Erziehung an den Schulen. Manche beklagten, dass ihnen das deutsche Schulsystem zu wenig vertraut sei und wünschten sich mehr Hilfe von staatlichen Institutionen. In den kommenden Jahren soll es ähnliche Aktionen geben. (mit jan.)
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