Unwetter

Erstes Hochwasser an der Ostsee: So ist die Lage an der Küste

Für die Nacht war an der Ostsee eine Sturmflut erwartet worden. Wie hoch das Wasser stieg und wo Fähren am Sonntag stillstehen.

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Wellen schwappen an die Kaikante am Hafen in Flensburg.
              In der Nacht und am Morgen hat es das erste Hochwasser des Herbstes an der Ostseeküste gegeben.

Wellen schwappen an die Kaikante am Hafen in Flensburg. In der Nacht und am Morgen hat es das erste Hochwasser des Herbstes an der Ostseeküste gegeben.

© Birgitta von Gyldenfeldt/d/dpa

Die Sturmflut an der deutschen Ostseeküste ist in der Nacht zu Sonntag schwächer ausgefallen als befürchtet. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte zuvor für die Küste Schleswig-Holsteins gewarnt. Die Wasserstände erreichten ihren Höchststand am frühen Morgen und sinken seitdem wieder, wie der NDR berichtet.

Den höchsten Pegel maß das BSH gegen 3 Uhr in Lübeck-Travemünde mit 1,24 Metern über Normalhöhennull (NHN). In Flensburg waren es 1,10 Meter, in Kiel 1,08 Meter. In der Flensburger Innenstadt stieg das Wasser an der Schiffbrücke leicht über die Kaikante, die Leitstellen in Schleswig-Holstein meldeten jedoch keine Einsätze.

Keine Schäden in Mecklenburg-Vorpommern

Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurden bislang keine größeren Schäden gemeldet. In Wismar lag der höchste Pegel in der Nacht bei etwa 1,10 Metern, Feuerwehr und THW hatten dort vorsorglich Sperrwände und Pumpen aufgebaut. In Greifswald wurde das Sperrwerk geschlossen, im Rostocker Hafen blieb es nach Angaben der Wasserschutzpolizei ruhig.

Eingeschränkt ist am Sonntag der Fährverkehr. Die Fähren zwischen Stralsund und Hiddensee sowie zwischen Stahlbrode und Glewitz fahren wetterbedingt nicht. Auf der Schlei ruht der Betrieb zwischen Arnis und Sundsacker bereits seit Samstag.

Niedrigwasser an der Nordsee

An der Nordsee sorgte der starke Ostwind dagegen für niedrige Wasserstände. Betroffen sind Fährverbindungen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, etwa nach Föhr, Amrum, Wangerooge, Spiekeroog und Juist. Reisende sollten ihre Abfahrtszeiten prüfen.

Entlang der Ostseeküste hatten sich Anwohner und Bootsbesitzer am Samstag auf das Hochwasser vorbereitet. In Flensburg wurden Sandsäcke ausgegeben, viele Segler holten ihre Boote wegen der Herbstferien noch kurzfristig aus dem Wasser. Nach Angaben des BSH sollen sich die Wasserstände im Laufe des Sonntags rasch normalisieren.

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Hintergrund: Wann eine Sturmflut vorliegt

An der Ostsee spricht man ab einem Wasserstand von mehr als einem Meter über Normalhöhennull von einer Sturmflut, darunter von Hochwasser. An der Nordsee gilt die Schwelle von 1,5 Metern über dem mittleren Tidehochwasser. Sturmfluten entstehen, wenn starker Wind große Wassermengen gegen die Küste drückt und sie sich dort aufstauen. In Buchten und Förden fallen die Wasserstände dabei meist höher aus als an den Außenküsten.

Die Hochwassersaison an der Ostsee reicht typischerweise von Oktober bis April. Wie schwer eine Sturmflut ausfallen kann, zeigte zuletzt der Oktober 2023: Damals stieg das Wasser in Flensburg auf rund 2,27 Meter, es war die schwerste Ostsee-Sturmflut seit 1872. Die Schäden allein in Schleswig-Holstein gingen in die Hunderte Millionen Euro.

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