Diplomatie

Ukraine-Krieg: Trump offen für Gipfel mit Putin und Xi in China – Kiew warnt

Trump kann sich Gespräche mit Putin und Xi in China vorstellen. Die Ukraine fürchtet Verhandlungen über ihre Zukunft ohne eigene Beteiligung.

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US-Präsident Donald Trump spricht vor dem Weißen Haus mit Journalisten. Er zeigte sich offen für einen Ukraine-Gipfel mit Putin und Xi.

US-Präsident Donald Trump spricht vor dem Weißen Haus mit Journalisten. Er zeigte sich offen für einen Ukraine-Gipfel mit Putin und Xi.

© Brendan Smialowski/AFP

US-Präsident Donald Trump hat sich offen für einen Dreiergipfel zum Ukraine-Krieg mit Russlands Präsident Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping gezeigt. „Ich würde das tun“, sagte Trump am Montag in Washington nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP. Eine verbindliche Vereinbarung über das Treffen gibt es bislang nicht. Die Ukraine kritisiert das vorgeschlagene Format, an dem Präsident Wolodymyr Selenskyj nicht teilnehmen soll.

Trump bekräftigte dabei auch seine Forderung nach einer Ablösung Selenskyjs. Es sei „an der Zeit, dass jemand anderes im Namen der Ukraine verhandelt“, sagte der US-Präsident.

Putin hatte die Zusammenkunft nach einem Bericht des Wall Street Journal bei einem Telefonat mit Trump am 9. Oktober vorgeschlagen. Als Rahmen ist der Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft Apec vorgesehen, der am 18. und 19. November im chinesischen Shenzhen stattfindet.

Bislang hatte die Zeitung lediglich einen hochrangigen US-Regierungsvertreter mit der Einschätzung zitiert, Trump könnte dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüberstehen. Nun hat sich der Präsident selbst öffentlich dazu geäußert.

Ukraine lehnt Gespräche ohne Selenskyj ab

Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte am Montag, dass die Möglichkeit eines Treffens angesprochen worden sei. Konkrete Vereinbarungen über die Zusammenkunft oder ihre Tagesordnung gebe es jedoch nicht. Auch US-Außenminister Marco Rubio erklärte, über ein Treffen sei gesprochen worden. Ob etwas abschließend vereinbart sei, wisse er nicht.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warnte derweil vor einem Gipfel ohne Beteiligung seines Landes. Gespräche zwischen den Staatschefs der Ukraine, der USA und Russlands könnten helfen, den Krieg schneller zu beenden, schrieb er laut Reuters auf X. Ein Treffen zwischen Russland, China und den USA würde dagegen Putin ermutigen, den Krieg fortzusetzen.

Selenskyj beklagt Druck aus Washington

Der Vorstoß fällt in eine Phase wachsender Spannungen zwischen Kiew und Washington. Selenskyj warf der US-Regierung in einem Interview mit Bloomberg am Sonntag vor, Schritte zu unternehmen, die auf eine Kapitulation der Ukraine hinauslaufen könnten. Zugleich betonte er, nicht glauben zu wollen, dass dies tatsächlich das Ziel der Partner sei.

Unter anderem beklagte Selenskyj zudem Verzögerungen bei bereits bezahlten Waffenlieferungen. Die USA lieferten derzeit lediglich zwölf Patriot-Abfangraketen im Monat. Unabhängig bestätigt sind diese Zahlen nicht. Die Ukraine benötigt die Raketen insbesondere zur Abwehr russischer ballistischer Geschosse.

Ein weiterer Streitpunkt sind ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien, die Trump wegen hoher Treibstoffpreise kritisiert. Selenskyj schlug vor, auf solche Angriffe zu verzichten, wenn Washington zusätzliche Patriot-Raketen zum Schutz ukrainischer Anlagen bereitstelle. Die US-Regierung fordere bislang jedoch lediglich einen Angriffsstopp, sagte er.

Trotz des Streits bestehen diplomatische Kontakte fort. Selenskyj sprach am Sonntag mit Trumps Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner. Ein weiteres Treffen könnte noch in dieser Woche stattfinden.

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