Israel-Hamas-Krieg

EU-Chefdiplomat warnt: „Überreaktion“ Israels könnte zu Verlust der Unterstützung führen

Josep Borrell sagt, der sich anbahnende Krieg im Nahen Osten sei durch den „mangelnden Willen“ des Westens zur Lösung des Konflikts verursacht worden.

Katerina Alexandridi AFP
2 Min
Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell

© Frederick Florin/AFP

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat dem Westen eine Mitschuld an der jüngsten Eskalation im israelisch-palästinensischen Konflikt gegeben. Demnach wurde es versäumt, die Ursachen des Problems anzugehen, sagte der Hohe Vertreter der EU für Außenpolitik. Borrell warnte zudem: Eine „Überreaktion“ Israels in seinem Vorgehen gegen die Hamas könne letztlich dazu führen, dass das Land „die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft verliert“.

Während der EU-Botschafterkonferenz am Montag sagte Borrell, dass die „sich entfaltende Tragödie im Nahen Osten das Ergebnis eines kollektiven politischen und moralischen Versagens“ sei. Er stellte klar, dass dieses Versagen auf „unseren mangelnden Willen zur Lösung des israelisch-palästinensischen Problems“ zurückzuführen sei. Er fügte hinzu, dass er keine Möglichkeit sieht, den jahrzehntelangen Kampf militärisch zu beenden. 

Josep Borrell hat einen vorübergehenden Stopp der israelischen Angriffe im Gazastreifen vorgeschlagen, wenn die radikalislamische Hamas im Gegenzug Vertretern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) Zugang zu den seit einem Monat im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln gewährt. Ein solches Vorgehen könne „ein erster Schritt“ zur Freilassung der Geiseln sein, sagte der Spitzendiplomat.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu lehnt eine Waffenruhe bisher ab, solange die Hamas nicht alle Geiseln freilässt. Letzte Woche hat der israelische Außenminister Eli Cohen den seiner Meinung nach „unausgewogenen Fokus“ des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz scharf kritisiert. Außerdem warf der in Genf ansässigen Hilfsorganisation vor, es nicht geschafft zu haben, die israelischen Geiseln zu besuchen, die seit dem 7. Oktober von der Hamas im Gazastreifen festgehalten werden.

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