Tourismus

EU plant strengere Regeln für russische Touristen: Finnland fordert kompletten Visa-Stopp

Finnlands Premier Orpo will russischen Touristen den Zugang zur EU verwehren. Mehrere Staaten drängen auf strengere Regeln. Brüssel bereitet neue Vorschläge vor.

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Passagiere an einem russischen Flughafen. Finnlands Regierungschef fordert einen EU-weiten Stopp von Touristenvisa für russische Staatsbürger.

Passagiere an einem russischen Flughafen. Finnlands Regierungschef fordert einen EU-weiten Stopp von Touristenvisa für russische Staatsbürger.

© Alexandr Kryazhev/Sputnik/imago

Finnlands Ministerpräsident Petteri Orpo hat einen europäischen Stopp der Touristenvisa für russische Staatsbürger gefordert. Im Interview mit dem finnischen Sender Yle kündigte er am Samstag an, den Vorschlag beim EU-Gipfel in der kommenden Woche vorzulegen. Er begründete die Forderung mit der Sorge vor russischen Sabotageaktionen.

„Eine konkrete Maßnahme, die ich beim Europäischen Rat nächste Woche vorschlagen werde, ist, dass Europa keine Touristenvisa mehr an Russen vergibt“, sagte Orpo bei Yle. Wenn europäische Staaten russische Sabotage befürchteten, sei es schwer nachvollziehbar, russischen Touristen zugleich die freie Bewegung in Europa zu ermöglichen.

Brüssel arbeitet an strengeren Regeln

Orpos Vorstoß fällt in eine breitere Debatte über den Umgang mit russischen Reisenden. Nach einem Bericht des Brüsseler Nachrichtenportals Politico bereitet die EU-Kommission neue Vorschläge vor, die im Januar vorgestellt werden könnten. Zu den Staaten, die auf Verschärfungen drängen, gehören Polen, Schweden und Estland.

Schwedens Justizminister Gunnar Strömmer erklärte Politico, bestehende Schwachstellen könnten von Gegnern Europas ausgenutzt werden. Nach seinen Informationen werde die Kommission im Januar einen Vorschlag vorlegen. Schweden wünsche sich ein früheres Vorgehen.

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner sagte Politico, die Zahl der Visa für russische Staatsbürger sei zunächst gesunken, gehe inzwischen aber nicht weiter zurück. Er forderte nun die Mitgliedstaaten auf, weniger Visa an russische Staatsbürger zu vergeben. Einen neuen Vorschlag Anfang kommenden Jahres halte er für sinnvoll.

Staaten verlangen einheitliche Beschränkungen

Bereits im Juni wandten sich Minister aus neun EU-Staaten sowie Island und Norwegen mit einem gemeinsamen Brief an die Kommission. Das auf der Webseite der schwedischen Regierung veröffentlichte Schreiben fordert verbindliche Beschränkungen und ein einheitlicheres Vorgehen.

Unterschiedliche nationale Regeln ermöglichten es Antragstellern, auf Länder mit weniger strengen Verfahren auszuweichen, argumentieren die Unterzeichner. Ein solcher Zugang zum Schengenraum berge Sicherheitsrisiken. Nach den im Brief genannten Zahlen wurden im Jahr 2025 knapp 478.000 Schengenvisa zu touristischen Zwecken an russische Staatsbürger ausgegeben.

Die Minister verlangen auch Maßnahmen gegen die Einreise russischer Kriegsteilnehmer. Estlands Außenminister Margus Tsahkna bekräftigte diese Forderung zuletzt bei einem London-Besuch, wie sein Ministerium mitteilte. Im Politico-Interview warnte er, ehemalige Kämpfer könnten mit Unterstützung russischer Geheimdienste für kriminelle Aktivitäten und Anschläge eingesetzt werden. Das ist eine Gefahreneinschätzung des Ministers.

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Welche Regeln bereits gelten

Die EU hat die Einreisebedingungen für russische Staatsbürger bereits verschärft. Im Jahr 2022 setzte sie das Abkommen über Visaerleichterungen mit Russland aus. Anträge wurden damit aufwendiger und die Prüfung strenger.

Seit November 2025 gelten nach Angaben der EU-Kommission strengere Regeln für Visa, die mehrere Einreisen erlauben. Russische Staatsbürger, die in Russland leben und dort ihren Antrag stellen, müssen grundsätzlich für jede Reise ein neues Visum beantragen. So können die Behörden sie vor jeder Einreise erneut überprüfen. Die Minister fordern in ihrem Brief, diese Regeln auch auf russische Staatsbürger anzuwenden, die in anderen Ländern leben.

Für russische Kämpfer und ehemalige Kämpfer wurde zudem im 21. Sanktionspaket eine Grundlage für Einreiseverbote vereinbart. Über deren Inkrafttreten sollen die Mitgliedstaaten nach Vorbereitung der Umsetzung entscheiden. Orpos Forderung reicht darüber hinaus und betrifft grundsätzlich Reisen zu touristischen Zwecken.


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