Die Europäische Union hat ihre ersten Gegenmaßnahmen gegen die von den USA verhängten Zölle eingeleitet. Die Mitgliedstaaten stimmten am Mittwoch einem Vorschlag als Reaktion auf die 25-prozentigen Zölle der USA auf Stahl- und Aluminiumexporte der EU zu.
Die EU kündigte an, ab dem 15. April mit der Erhebung von Zöllen in Höhe von 25 Prozent zu beginnen und betonte, dass „diese Gegenmaßnahmen jederzeit ausgesetzt werden können, sollten die USA einem fairen und ausgewogenen Verhandlungsergebnis zustimmen“. Die Aufschläge betreffen zunächst etwa Motorräder und Jeans, ab Mitte Mai dann auch einige Stahl- und Textilwaren sowie landwirtschaftliche Produkte wie Sojabohnen. Die EU-Kommission gab zunächst keine Einzelheiten zu den Zollsätzen bekannt, die sie auf bestimmte aus den USA importierte Waren erheben wird.
Die neuen Zölle, die die EU gegen die USA verhängt, betreffen nach Informationen der BBC Waren im Wert von 20,9 Milliarden Euro. Sie sollen demnach in drei Phasen eingeführt werden. Die erste Phase tritt am Dienstag (15. April) nächster Woche für Waren im Wert von 3,9 Milliarden Euro in Kraft, die die USA an EU-Länder verkaufen. Einen Monat später, am 15. Mai, werden weitere Waren im Wert von 13,5 Milliarden Euro betroffen sein, gefolgt von weiteren 3,5 Milliarden Euro ab dem 1. Dezember.
Geht die EU auch gegen Apple, Google und Meta vor?
Die EU hofft im Handelsstreit weiter auf eine Verhandlungslösung, die bislang allerdings nicht in Sicht ist. In der kommenden Woche will die EU-Kommission in einem nächsten Schritt deshalb weitere Gegenmaßnahmen vorschlagen. Dabei hat die EU rechtlich weitreichende Möglichkeiten. Auch ein Vorgehen gegen US-Digitalkonzerne wie Apple, Google und Meta liegt theoretisch auf dem Tisch.
China erhöhte derweil seine Gegenzölle drastisch. Wie das Finanzministerium in Peking am Mittwoch mitteilte, tritt am Donnerstag um 12.01 Uhr (Ortszeit; 6.01 Uhr MESZ) ein Vergeltungszoll von 84 Prozent auf alle US-Importe in Kraft – anstelle der bislang geplanten 34 Prozent. Zuvor hatten die USA ihre Importaufschläge für China auf insgesamt 104 Prozent erhöht. (mit AFP)
Wirtschafts-Bazooka gegen Trump? EU gespalten über Reaktion im Handelsstreit mit USA
Antwort auf Trumps Zölle: Wie die EU mit China die US-Dollar-Herrschaft infrage stellen kann
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]