Währung

Euro fällt auf 17-Monatstief im asiatischen Handel – Entwicklungen in Frankreich belasten Kurs

Der Euro verliert gegenüber dem Dollar an Wert. Dahinter stehen Sorgen um Frankreichs Finanzen. Die Folgen reichen über die Finanzmärkte hinaus.

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Sorgen um Frankreichs Staatsfinanzen belasten den Euro.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Sorgen um Frankreichs Staatsfinanzen belasten den Euro.

© Ludovic Marin/Pool/AFP

Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar den niedrigsten Stand seit 17 Monaten erreicht. Im asiatischen Handel fiel die Gemeinschaftswährung am Montag laut Reuters zeitweise auf 1,1161 Dollar. Zuletzt war sie im Mai des vergangenen Jahres so wenig wert. Anleger sorgen sich demnach vor allem um Frankreichs hohe Verschuldung und politische Blockaden und Ausschreitungen vor der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr.

Für Menschen aus dem Euroraum können bei einem schwachen Euro Reisen in die USA teurer werden. Auch Unternehmen müssen für Waren, die in Dollar abgerechnet werden, mehr Euro aufbringen. Umgekehrt können europäische Produkte für Käufer aus dem Dollarraum günstiger werden.

Die jüngste Entwicklung ist Teil eines längeren Rückgangs. Nach Angaben der Financial Times hat der Euro seit Jahresbeginn 4,8 Prozent gegenüber dem Dollar verloren. Die Zeitung nennt neben Frankreichs Schulden auch hohe Energiepreise und politische Unsicherheit in Europa als Belastungen.

Warum Frankreich den Euro belastet

Frankreich finanziert einen Teil seiner Ausgaben durch Staatsanleihen. Wer solche Papiere kauft, leiht dem Staat Geld und erhält dafür Zinsen. Wächst die Sorge um die Staatsfinanzen, verlangen Anleger eine höhere Rendite. Für neue Schulden kann der Staat dann mehr zahlen müssen.

Genau das ist derzeit zu beobachten. Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen stieg laut Financial Times zuletzt auf 4,9 Prozent. Wenn die Preise bereits ausgegebener Anleihen fallen, steigt deren Rendite. Der Ausverkauf solcher Papiere zeigt damit auch, dass Anleger vorsichtiger werden.

Besonders deutlich wird das im Vergleich mit Deutschland. Nach dem Marktbericht von Reuters lag die Rendite französischer Zehnjahresanleihen am Freitag mehr als 1,5 Prozentpunkte über der deutscher Bundesanleihen. Dieser Abstand zeigt, wie viel zusätzliche Rendite Anleger für das höhere wahrgenommene Risiko verlangen.

Sorge vor Folgen für andere Länder

Frankreich ist eine der größten Volkswirtschaften des Euroraums. Deshalb wächst die Sorge, dass seine Finanzprobleme auch andere Länder belasten könnten. Werden Anleger gegenüber europäischen Anlagen insgesamt zurückhaltender, kann das den Euro zusätzlich schwächen.

Ein schwächerer Euro kann zudem den Preisdruck erhöhen. Öl wird international überwiegend in Dollar gehandelt. Bleibt der Dollarpreis gleich, müssen Käufer aus dem Euroraum bei einem niedrigeren Eurokurs mehr bezahlen. Das kann Energie und Transport verteuern. Wechselkursänderungen schlagen sich allerdings nicht sofort und nicht vollständig in Verbraucherpreisen nieder.

Das 17-Monatstief bedeutet zunächst einen niedrigen Wechselkurs gegenüber dem Dollar. Es belegt für sich genommen keine neue Eurokrise. Entscheidend ist, ob Frankreichs Finanzierungskosten weiter steigen und ob sich die Unruhe auf andere Staaten ausweitet.

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