Der Film „Everytime“ von Regisseurin Sandra Wollner geht als deutscher Beitrag ins Rennen um den Auslands-Oscar. Eine vom Verband German Films einberufene unabhängige Jury entschied sich unter elf eingereichten Werken für die deutsch-österreichische Koproduktion, wie am Dienstagabend mitgeteilt wurde. Der Film handelt vom Tod eines 17-jährigen Mädchens in Berlin. In den Hauptrollen sind Birgit Minichmayr und Tristán López zu sehen.
Zur Begründung erklärte die Jury, Wollner gelinge „mit rein filmischen Mitteln und einer überraschenden Leichtigkeit“ das Kunststück, „Trauer als Zustand einer aus den Fugen geratenen Welt erlebbar zu machen“. Die Kameraarbeit erzeuge eine „flirrende, bisweilen entrückte Atmosphäre, ohne sich vor die Figuren zu drängen“. Das Schauspielensemble überzeuge in seiner Natürlichkeit, die Charakterzeichnungen blieben „durchweg präzise und ambivalent“.
Auszeichnung in Cannes
Regisseurin Wollner und die Produzenten bezeichneten die Nominierung als Ehre. „Das Vertrauen der Jury bestärkt uns in unserer Überzeugung, dass Kino eigenwillige Stimmen braucht, die den Mut haben, ihrer eigenen Form zu folgen und gerade dadurch über Grenzen hinweg ein Publikum zu erreichen“, erklärten sie.
„Everytime“ feierte im Mai 2026 seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen von Cannes, wo er in der Sektion „Un Certain Regard“ einen Preis gewann. Es handelt sich um Wollners dritten Langfilm. Gefördert wurde die Produktion unter anderem vom Deutschen Filmförderfonds (DFFF), vom Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB) sowie von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
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Eingereicht wurde der Film in der Kategorie „International Feature Film“. Die Oscar-Akademie gibt am 15. Dezember bekannt, welche 15 Titel es auf die sogenannte Short List schaffen. Aus dieser werden die fünf nominierten Filme ausgewählt und am 21. Januar 2027 veröffentlicht. Die Oscar-Verleihung ist für den 14. März 2027 geplant. (mit AFP)
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