Der frühere Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Bad Salzungen-Schmalkalden, Stefan Siebert, wehrt sich juristisch gegen seine außerordentliche Kündigung. Wie die Bank, die mittlerweile unter dem Namen VR Bank in Nordhessen Westthüringen eG firmiert, auf ihrer Website mitteilte, hat Siebert eine Anfechtungsklage gegen den entsprechenden Beschluss der Generalversammlung vom 28. Januar 2025 eingereicht. Die Eigentümer der Genossenschaftsbank hatten an jenem Tag seinen Rausschmiss beschlossen.
Auch der ehemalige Bankvorstand Christof Werum hat laut Angaben der Bank eine Anfechtungsklage eingelegt. Die Generalversammlung hatte am selben Tag beschlossen, Werum und weitere frühere Vorstände wegen fragwürdiger Geschäfte finanziell in Haftung zu nehmen. Beide Verfahren werden am Landgericht Meiningen verhandelt; Gütetermine sind für den 26. August 2026 angesetzt.
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Nach Recherchen des MDR hat die Bank inzwischen zwei Schadensersatzklagen gegen mehrere ehemalige Vorstandsmitglieder eingereicht. Im Zentrum stehen dabei zwei Vorgänge: Zum einen ein Immobiliengeschäft auf Sylt, bei dem die Bank ein Wohn- und Geschäftshaus für mehrere Millionen Euro an einen Käufer veräußerte, der zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bereits insolvent war. Der Kaufpreis wurde nie beglichen. Zum anderen geht es um den Erwerb einer Beteiligung an einem E-Auto-Start-up, in das die Bank trotz ausdrücklicher Warnungen von Gutachtern mehrere Millionen Euro investierte. Kurze Zeit später geriet das Unternehmen in Zahlungsunfähigkeit.
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Abschreibungen in dreistelliger Millionenhöhe
Unter der Führung Sieberts soll die Bank eigene Immobilien und Firmenbeteiligungen über Jahre hinweg deutlich über ihrem tatsächlichen Wert in den Bilanzen geführt haben. Die notwendigen Korrekturen führten zu Abschreibungen in dreistelliger Millionenhöhe für die Geschäftsjahre 2022 bis 2024. Laut Angaben der Bank konnte eine daraus resultierende Insolvenz nur durch Hilfen des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) abgewendet werden.
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