Das chinesische Handelsministerium hat zehn US-Unternehmen auf seine Exportkontrollliste gesetzt und damit Lieferungen chinesischer Güter mit doppeltem Verwendungszweck an diese Firmen untersagt. Das geht aus einer am Montag in Peking veröffentlichten Mitteilung des Ministeriums hervor, über die auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.
Betroffen sind unter anderem der vom Pentagon unterstützte Bergbaukonzern MP Materials, das Unternehmen USA Rare Earth sowie der Elektromotorenhersteller Aveox. Das US-Verteidigungsministerium investierte zuletzt 400 Millionen Dollar in MP Materials, den Betreiber der größten Mine für Seltene Erden in Nordamerika, um die heimische Magnetproduktion auszubauen.
Beide Firmen sind am Aufbau einer durchgängigen US-Lieferkette von der Mine bis zum fertigen Magneten beteiligt. Seltene Erden sind Rohstoffe, die für Elektromotoren, Windkraftanlagen und Rüstungsgüter gebraucht werden. Güter mit doppeltem Verwendungszweck können sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden.
Reaktion auf US-Restriktionen
Das Handelsministerium begründete den Schritt mit „böswilligen Praktiken“ der US-Regierung. Die Maßnahmen dienten dem Schutz nationaler Sicherheitsinteressen sowie internationalen Verpflichtungen etwa zur Nichtverbreitung von Waffen. Organisationen und Personen in allen Ländern sei es untersagt, entsprechende Güter aus China an die genannten Firmen zu liefern. Bislang waren für solche Ausfuhren lediglich Genehmigungen nötig.
Laut Reuters reagiert China auf die jüngste Aktualisierung der sogenannten 1260H-Liste des US-Verteidigungsministeriums. Auf dieser stehen chinesische Technologiekonzerne, denen Washington Verbindungen zum chinesischen Militär vorwirft, darunter Alibaba, Baidu, BYD und NIO.
Magneten-Produktion: China dominiert den Weltmarkt
China dominiert die Weiterverarbeitung Seltener Erden und die Produktion von Permanentmagneten. Bereits seit Anfang 2025 verlangt Peking von Exporteuren detaillierte Nachweise über den Endverwendungszweck, darunter Produktzeichnungen, Fotos aus der Produktion und Kundenlisten. Anträge für zivile Anwendungen würden häufig zügig genehmigt, Anfragen für militärische Zwecke dagegen abgelehnt oder verzögert.
Nach Daten des US-Anbieters Govini enthalten mehr als 80.000 Bauteile von Systemen des US-Militärs Mineralien, die unter Chinas Exportkontrollen fallen. Ab 2027 soll das Pentagon nach eigenen Vorgaben keine in China gefertigten Magnete mehr verwenden.
Analysten erwarten begrenzte Wirkung
George Chen von der Beratungsfirma Asia Group bezeichnete den Schritt gegenüber Reuters als „weitgehend symbolisch“. Die betroffenen Firmen seien überwiegend Akteure der US-Rüstungsindustrie und unterhielten kaum Geschäfte in China.
Zusätzlich teilte das chinesische Finanzministerium mit, dass Unternehmen in China keine Produkte von 46 weiteren US-Firmen mehr beziehen dürfen. Ausgenommen sind in China tätige Tochtergesellschaften dieser Firmen.
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