Das Ballett-Ensemble des Mecklenburgischen Staatstheaters bringt Goethes „Faust“ auf die Tanzbühne. Die Premiere von „Walpurgisnacht: Das Erwachen“ in der Choreografie von Ana Isabel Casquilho ist am 30. Oktober um 19 Uhr im Theaterzelt am Küchengarten in Schwerin, wie das Mecklenburgische Staatstheater mitteilte. Casquilho verantwortet neben der Choreografie auch Bühne und Licht.
Musikalisch stützt sich das Stück auf Charles Gounod, der den Stoff 1859 in Paris als Oper auf die Bühne brachte. Ergänzend steuert David Nigro eigene Kompositionen bei. Die Kostüme entwirft Willem Houck, die choreografische Assistenz übernimmt Matteo Andrioli. Auf der Bühne stehen 13 Tänzerinnen und Tänzer, darunter Matteo Thiele, Inés Esteve und David Cristobal Serrano Castillo.
Casquilho schickt Faust in die eigene Gedankenwelt
Casquilho legt den Stoff als psychologische Reise an: Ihr Faust steigt wie im Traum in die Walpurgisnacht hinab, ein kollektives Ritual, in dem Identitäten verschwimmen und der Instinkt die Kontrolle übernimmt. Umgeben von Figuren, die wie Zahnräder eines Systems funktionieren, arbeitet er effizient und fühlt sich zugleich entfremdet. Mit dem Auftritt Margaretes scheint sich die Zeit zu verlangsamen; sie steht für Ruhe, Nähe und menschliche Verbindung. Mephisto verfolgt andere Pläne. Die Choreografin versteht das Stück als Frage an die Gegenwart: Wie hält man es mit einer Welt, die ständig mehr Tempo, mehr Produktivität und mehr Übermaß verlangt?
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Weitere Vorstellungen folgen am 1. November um 17 Uhr sowie am 4., 11., 13. und 21. November und am 5. Dezember, jeweils um 19 Uhr im Theaterzelt am Küchengarten. Karten gibt es über das Kartentelefon 0385 5300-123 und per E-Mail an [email protected].
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