Rüstung

Nach Bruch mit Frankreich: Airbus schmiedet deutsche Kampfjet-Allianz

Das deutsch-französische Kampfjetprojekt FCAS steht vor dem Aus. Nun schmiedet Airbus mit sieben weiteren Unternehmen ein Bündnis für Europas nächsten Kampfjet.

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Bundeskanzler Friedrich Merz vor einem Eurofighter der Luftwaffe in Laage. Airbus und weitere deutsche Unternehmen schmieden ein neues Kampfjetbündnis.

Bundeskanzler Friedrich Merz vor einem Eurofighter der Luftwaffe in Laage. Airbus und weitere deutsche Unternehmen schmieden ein neues Kampfjetbündnis.

© Chris Emil Janssen/imago

Nur wenige Tage nach dem faktischen Scheitern des deutsch-französischen Kampfjetprojekts FCAS formiert sich in Deutschland bereits ein möglicher Nachfolger. Airbus Defence and Space und sieben weitere Unternehmen wollen eine Allianz gründen, um einen europäischen Kampfjet der sechsten Generation unter deutscher Führung zu entwickeln.

Wie die Financial Times berichtet, haben Airbus, Autoflug, Diehl Defence, Hensoldt, Liebherr, MBDA, MTU Aero Engines und Rohde & Schwarz ihre Pläne in einem Schreiben an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) vorgestellt. Das Bündnis soll den Namen „Team Gen 6“ tragen und noch in dieser Woche auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin präsentiert werden.

Deutsche Industrie zieht Konsequenzen aus FCAS-Krise

Der Vorstoß folgt unmittelbar auf die Entscheidung von Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, das gemeinsame Kampfflugzeug des Future Combat Air System (FCAS) nicht weiterzuverfolgen. Nach Angaben von Reuters und AFP kamen beide Regierungen zu dem Schluss, dass die beteiligten Konzerne Airbus und Dassault Aviation ihre jahrelangen Konflikte über Führung, Technologie und Zuständigkeiten nicht lösen können.

Die Entwicklung der geplanten Drohnen und des vernetzten Datensystems soll dagegen weitergeführt werden.

Kampfjet für die Zeit nach dem Eurofighter

Das neue Bündnis will nach Angaben der Financial Times demonstrieren, dass die deutsche Industrie bereit ist, einen Kampfjet der sechsten Generation „für Europa in Europa“ zu entwickeln. In einem Entwurf für ein Positionspapier ist demnach von der Sicherung der europäischen Luftkriegsfähigkeit für die kommenden Jahrzehnte die Rede.

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Der geplante Jet soll langfristig den Eurofighter ersetzen und ab den 2040er Jahren das Rückgrat der deutschen Luftwaffe bilden. Das ursprüngliche FCAS-Projekt war auf rund 100 Milliarden Euro veranschlagt worden und galt als eines der wichtigsten europäischen Rüstungsvorhaben.

Spanien und Schweden als mögliche Partner

Nach Informationen der Financial Times soll das neue Bündnis ausdrücklich europäisch ausgerichtet sein. Als mögliche Partner gelten Spanien, das bislang ebenfalls am FCAS beteiligt war, sowie Schweden.

Mehrere Branchenvertreter sehen die Initiative auch als Signal an Frankreich. Nach Jahren des Streits um Zuständigkeiten und Führungsrollen soll Deutschland nun stärker die Kontrolle über die Entwicklung eines künftigen europäischen Kampfflugzeugs übernehmen.

Machtkampf um Europas Rüstungszukunft

Der Schritt dürfte die Debatte über die künftige Ausrichtung der europäischen Rüstungsindustrie weiter verschärfen. FCAS galt lange als Symbol einer engeren deutsch-französischen Zusammenarbeit. Nun droht stattdessen ein Wettbewerb verschiedener europäischer Kampfjetprogramme.

Neben der neuen deutschen Initiative arbeitet Großbritannien bereits gemeinsam mit Italien und Japan am Konkurrenzprojekt GCAP. Beobachter halten deshalb auch spätere Kooperationen zwischen den verschiedenen Programmen nicht für ausgeschlossen.

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