Fukushima

Fenster möglicherweise selbst geöffnet: Bär in Japan entkommt nach Angriffen aus Fabrik

Ein Bär in Fukushima öffnete bei seiner Flucht aus einer Fabrik möglicherweise selbst ein Fenster. „Wir glauben, dass er äußerst intelligent ist“, sagte der Bürgermeister.

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Ein Bär zeigt sich im Zentrum von Morioka in der Präfektur Iwate im Nordosten Japans.

Ein Bär zeigt sich im Zentrum von Morioka in der Präfektur Iwate im Nordosten Japans.

© Uncredited/kyodo/dpa

Ein Bär, der sich nach Angriffen auf vier Menschen in einer Fabrik im japanischen Fukushima aufgehalten hatte, ist den Behörden entkommen. Nach Angaben der Stadtverwaltung öffnete das Tier vermutlich selbstständig ein Fenster und floh im Schutz der Dunkelheit, wie BBC berichtet.

Nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo News beobachtete ein Polizist am späten Mittwochabend gegen 22.50 Uhr Ortszeit, wie der Bär über ein Tor des Werks der Firma Oki Sympho-Tech kletterte. Ein zerrissenes Fliegengitter und weitere Spuren deuteten darauf hin, dass das Tier den Fensterriegel gelöst und das Fenster aufgedrückt habe.

Fukushimas Bürgermeister Yuki Baba sagte laut Kyodo News auf einer Pressekonferenz, der Bär sei zuvor auch dabei beobachtet worden, wie er seine Vorderpfoten auf einen Wasserhahn gelegt und Wasser getrunken habe. „Wir glauben, dass er äußerst intelligent ist“, sagte der Bürgermeister.

Fallen und Betäubungspfeil ohne Erfolg

Die Stadt hatte nach Angaben der BBC vier Kastenfallen auf dem Fabrikgelände aufgestellt und den Einsatz eines Betäubungsgewehrs genehmigt, weil sich entflammbare Materialien in dem Werk befanden. Der Bär sei zwar mit einem Pfeil getroffen worden, das Betäubungsmittel sei jedoch nicht in den Körper gelangt, hieß es.

Auch Lockfallen mit Obst und Honig blieben laut japanischen Medienberichten ohne Erfolg – der Bär habe die Köder gefressen, ohne in die Falle zu gehen, berichtete die BBC. Die Behörden bereiteten laut Kyodo News zudem Notfallmaßnahmen vor, die der Stadt den Einsatz von Schusswaffen genehmigen würden. „Wir haben unsere Bemühungen nicht vernachlässigt, aber es bleibt Bedauern zurück“, sagte Bürgermeister Yuki Baba zur Flucht des Tieres.

Suche per Drohne, Schulen auf Onlinebetrieb

Am Donnerstagnachmittag begann nach Angaben von Kyodo News eine Suche per Drohne. Nahegelegene Grund- und Mittelschulen stellten auf Onlineunterricht um, Präsenzunterricht sollte am Freitag wieder stattfinden.

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Der Bär war laut Kyodo News am Dienstag gegen 6.30 Uhr Ortszeit auf das Gelände des Zulieferers Fukushima Steel Works im Stadtteil Sasakino eingedrungen und hatte dort zwei Mitarbeiter angegriffen. Anschließend verletzte er eine weitere Person in einem nahen Wohnhaus sowie einen Menschen bei Oki Sympho-Tech. Insgesamt wurden vier Menschen im Alter zwischen 20 und über 80 Jahren verletzt, darunter mit Knochenbrüchen im Gesicht. Lebensgefahr bestand laut Kyodo News nicht.

Japan verzeichnet nach Angaben der BBC einen Anstieg von Bärenangriffen. Zwischen April 2025 und März dieses Jahres seien 13 Menschen bei solchen Vorfällen ums Leben gekommen – ein Höchststand.

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