Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes hat sich zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zu digitaler Gewalt geäußert. Für sie ist das vorgesehene Strafmaß für die unbefugte Erstellung und Verbreitung von Nacktaufnahmen unzureichend. „Zwei Jahre Höchststrafe sind viel zu kurz“, sagte Fernandes der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Wenn der Psychoterror über Jahrzehnte andauert, ist das Strafmaß ein Witz. Es müsste einen größeren Spielraum geben.“
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Entwurf sieht bis zu zwei Jahre Haft vor
Der Gesetzentwurf von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) von Mitte April sieht vor, dass die unbefugte Erstellung und Verbreitung von Nacktaufnahmen einer anderen Person mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden können. Hubigs Entwurf muss noch im Kabinett abgestimmt und anschließend ins Gesetzgebungsverfahren eingebracht werden.
Vorbereitet wurden die Maßnahmen bereits länger. Neue Dringlichkeit erhielt die Debatte über digitale Gewalt Ende März, als Fernandes mit Vorwürfen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen an die Öffentlichkeit ging. Sie wirft ihm vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Inhalte verbreitet zu haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
Bundesweite Debatte über sexualisierte Gewalt
Seit Bekanntwerden der Vorwürfe gibt es bundesweit eine breite Diskussion über digitale und sexualisierte Gewalt gegen Frauen sowie eine umfangreiche Medienberichterstattung. Tausende Menschen gingen bei Demonstrationen auf die Straße, um mehr Schutz für Betroffene sexualisierter Gewalt einzufordern. (mit dpa)
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