Der Energieversorger Sachsenenergie hat Pläne für den Bau einer Flusswasserwärmepumpe in Dresden vorgestellt. Die Anlage soll der Elbe Wärme entziehen und ins Fernwärmenetz einspeisen, um fossile Energien zu ersetzen.
Die Investitionskosten für die Anlage mit einer Leistung von 50 Megawatt werden auf rund 92 Millionen Euro beziffert. Als Standort ist ein Areal unterhalb der Marienbrücke vorgesehen, weil dort sowohl die Nähe zum Fluss als auch zum Fernwärmenetz gegeben sei, teilte der Energieversorger mit. In Betrieb gehen könnte die Anlage 2031.
Die Pumpe soll dem Fluss etwa 2,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde entnehmen. Das Wasser fließe dann rund drei Grad kälter in die Elbe zurück. Auf die Temperatur des Flusses insgesamt habe das keine Auswirkungen, hieß es. Jährlich könnten so rund 300.000 Megawattstunden Wärme gewonnen werden – genug, um bis zu 45.000 Haushalte zu versorgen. Den Angaben zufolge nutzt aktuell etwa die Hälfte der Dresdner Haushalte Fernwärme und verbraucht 1,7 Millionen Megawattstunden Wärme im Jahr.
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Konstantere Temperaturen als bei Luftwärmepumpen
Die Flusswasserwärmepumpe soll helfen, mehr Wärme ohne den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 zu erzeugen. Eine herkömmliche Wärmepumpe, wie sie viele Privatleute für ihre Wohnhäuser nutzen, gewinnt Wärme aus der Luft. Im Vergleich dazu sei die Wassertemperatur des Flusses im Tagesverlauf deutlich konstanter, erläuterte der Energieversorger. „Bis auf sehr kalte Wintermonate mit sehr niedrigen Wassertemperaturen kann die Flusswasserwärmepumpe fast das gesamte Jahr über Wärme erzeugen.“
Auch in anderen Städten wird die Technologie genutzt. In Köln entsteht eine Wärmepumpe mit einer Leistung von 150 Megawatt, die Wärme aus dem Wasser des Rheins gewinnen soll. Die Rheinenergie AG spricht von der größten derartigen Anlage in Europa. In einem kleineren Maßstab wollen die Stadtwerke Bamberg künftig per Wärmepumpe die Regnitz als Energiequelle nutzen. (mit dpa)
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