Am Dienstagabend wurde die Feuerwehr gegen 21 Uhr zu einem Einfamilienhaus nach Hohnstein (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) gerufen. Eine sechsköpfige Familie hatte mit einem Kohleofen über offener Flamme im Hausflur gekocht. Dann breitete sich giftiges Kohlenmonoxid im Haus aus.
Innerhalb von Minuten klagten die Betroffenen über Unwohlsein. Als die Mutter das Bewusstsein verlor, rief eine Tochter geistesgegenwärtig den Notruf. Die Feuerwehr war mit zahlreichen Kräften vor Ort. Ein Trupp unter vollem Atemschutz traf sie im Haus an. Sie alle wurden gerettet, mussten aber medizinisch versorgt werden. Anschließend führte die Feuerwehr umfangreiche Belüftungsmaßnahmen durch.
„Nach Messungen der Feuerwehr wurde in dem Haus eine erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration festgestellt. Die sechs Betroffenen wurden mit einer Kohlenmonoxid-Intoxikation in nahegelegene Krankenhäuser eingeliefert“, erklärte Polizeisprecher Marko Laske gegenüber der Ostdeutschen Allgemeinen. Nach allem, was bekannt sei, habe der 57-jährige Familienvater die Kochschale im Hausflur aufgebaut und dort gekocht. Anschließend sei das Kochgerät ins Wohnzimmer getragen worden.
Bei den Betroffenen handelt es sich laut Polizei um Deutsche. Neben dem 57-jährigen Vater wurden auch die 49-jährige Mutter, die 21-jährige Tochter, die 13-jährige Tochter sowie die 11-jährige Tochter und der gleichaltrige Sohn versorgt.
Mit diesem Kohleofen wollte die Familie im Hausflur kochen: Dann klagten sie über Unwohlsein.
© Marko Förster
Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung gegen den 57-Jährigen wurde eingeleitet. Er soll nach ersten Erkenntnissen der Koch gewesen sein.
Kohlenstoffmonoxid: Eine unterschätzte Gefahr
Immer wieder kommt es zu ähnlichen Fällen wie diesem, nicht selten enden sie tragisch. Kohlenstoffmonoxid (CO) ist ein farb- und geruchloses Gas – unsichtbar, aber tödlich. Es entsteht bei unvollständiger Verbrennung: in defekten Heizungsanlagen, Kaminen, Gasherden oder laufenden Verbrennungsmotoren in geschlossenen Räumen.
Das Gas verdrängt im Blut den Sauerstoff und führt so zur inneren Erstickung. Die Symptome – Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit – werden häufig mit einer Grippe oder allgemeinem Unwohlsein verwechselt. Wer nicht rechtzeitig ins Freie gelangt, verliert das Bewusstsein und stirbt.
Heringsdorf auf Usedom: Kohlenmonoxidaustritt in Hotel – ein Toter, mehrere Verletzte
Giftiges Kohlenmonoxid in der Schönhauser Allee ausgetreten: Haus evakuiert
Was schützt: Regelmäßige Wartung von Heizung und Feuerstätten durch Fachbetriebe ist Pflicht. CO-Melder – ähnlich wie Rauchmelder – warnen frühzeitig und können Leben retten. Niemals Verbrennungsgeräte in geschlossenen Räumen betreiben.
Im Notfall: Sofort ins Freie, Fenster und Türen öffnen – und den Notruf 112 wählen. Jede Minute zählt.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]