Absturzversuch

Sicherheitsrisiko im Cockpit: Flydubai-Copilot stand in Oman unter Extremismusverdacht

Ermittler prüfen, wie der Omaner trotz Flugverbot in seiner Heimat ins Cockpit der Linienmaschine kam. Generalstaatsanwalt der Emirate stuft Angriff als versuchten Terrorakt ein.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Ein Lehrer in Mumbai malt ein Porträt des bei der Auseinandersetzung im Cockpit schwer verletzten indischen Piloten Smit Machchhar.

Ein Lehrer in Mumbai malt ein Porträt des bei der Auseinandersetzung im Cockpit schwer verletzten indischen Piloten Smit Machchhar.

© Rafiq Maqbool/AP

Der Generalstaatsanwalt der Vereinigten Arabischen Emirate, Hamad Saif Al Shamsi, hat den Angriff im Cockpit eines Flydubai-Flugs nach Tel Aviv offiziell als versuchten Terrorakt eingestuft.

Die Ermittlungen hätten ergeben, dass der Copilot von Flug FZ1073 den Kapitän mit einer Notfallaxt angegriffen und versucht habe, die Kontrolle über das Flugzeug zu übernehmen, teilte Al Shamsi am Samstag laut der staatlichen Nachrichtenagentur WAM mit.

Eine Notfallaxt gehört zur Standardausrüstung von Verkehrsflugzeugen und wird üblicherweise im Cockpit für Notfälle wie Brände oder Abstürze bereitgehalten.

Hinweise auf Radikalisierung

Der Copilot, der den Kapitän eines Flydubai-Flugs nach Tel Aviv mit einem Messer angegriffen haben soll, hatte in seiner Heimat Oman bereits ein Flugverbot. Das berichtete das Wall Street Journal am Freitag unter Berufung auf mit dem Fall vertraute Personen.

Grund seien Hinweise auf eine radikale ideologische Haltung des Mannes gewesen. Trotz des Verbots sei er anschließend von der Fluggesellschaft Flydubai aus den Vereinigten Arabischen Emiraten eingestellt worden.

Der Verdächtige ist nach Angaben der dpa unter Berufung auf ABC News ein 29 Jahre alter Omaner. Der US-Sender beruft sich auf hochrangige Vertreter der Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden. Demnach wurde bei dem Mann im Jahr 2024 während seiner Ausbildung zum Copiloten bei der staatlichen Oman Air extremistisches Material gefunden. Daraufhin sei er vom Flugdienst suspendiert worden, habe aber weiter in der Verwaltung arbeiten dürfen.

Fragen zur Einstellung bei Flydubai

Wie der Mann anschließend für Flydubai ins Cockpit gelangen konnte, ist nach Angaben der Nachrichtenagentur AP eine zentrale Frage der Ermittler. Ein Diplomat aus einem Golfstaat sagte AP, geprüft werde, ob der Copilot als Einzeltäter gehandelt habe oder Verbindungen zu extremistischen Gruppen bestünden.

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Der saudi-arabische Nachrichtensender Al-Arabiya meldete, der Mann habe sich zeitweise in Syrien aufgehalten. Das habe die Sorge geweckt, er könne dort von radikalen Gruppen beeinflusst worden sein.

Flüge nach Tel Aviv ausgesetzt

Flydubai teilte mit, die Flüge nach Tel Aviv auf Bitten der Behörden bis auf Weiteres auszusetzen. Eine offizielle Untersuchung sei eingeleitet und werde von der Fluggesellschaft unterstützt. Der inzwischen in die Vereinigten Arabischen Emirate gebrachte Copilot sagt nach ABC-Angaben gegenüber den Ermittlern aus. Er habe angegeben, das Flugzeug in Israel zum Absturz bringen zu wollen.

An Bord der Maschine waren nach AP-Angaben 182 Menschen. Der Flug war am Mittwoch von Dubai nach Tel Aviv unterwegs, als die Maschine stark an Höhe verlor. Der schwer verletzte Kapitän öffnete nach eigenen Angaben die Cockpittür, woraufhin Passagiere den Angreifer überwältigten. Das Flugzeug landete sicher im saudi-arabischen Tabuk.

Die israelische Regierung geht von einem versuchten dschihadistischen Anschlag aus. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einer „islamistischen Radikalisierung“ des Copiloten.

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