Zwei niederländische Wissenschaftler der Universität Utrecht haben bei der Suche nach dem früheren Kontinent Argoland neue Erkenntnisse gewonnen. In ihrem mehrjährigen Forschungsprojekt konnten die Wissenschaftler nun offenbar entschlüsseln, wo die Überreste des Kontinents zu finden sind. Das Ergebnis ihrer Forschung wurde kürzlich im Fachjournal Gondwana Research veröffentlicht.
In der Geologie wurde Argoland als 5000 Kilometer langes Landstück verstanden, das vor etwa 155 Millionen Jahren von West-Australien abbrach und wohl in Richtung Nordwesten abdriftete. Lange galt Argoland als verschollen, von seinen Überbleibseln fehlte jede Spur. Nur ein Tiefseegraben, weit abgelegen von Australien, die sogenannte Argo-Tiefseeebene, zeugte davon, dass dort einst ein Kontinent gewesen sein sollte. Tiefseeebenen befinden sich eigentlich an den Rändern von Kontinenten, was darauf hindeutet, dass dort ein Teil fehlt.
Wissenschaftler: Brauchten sieben Jahre, um das „Puzzle“ zusammenzusetzen
Wie die Wissenschaftler nun schreiben, war Argoland deshalb bislang so schwer zu finden, weil es bereits vor dem Abbruch von Australien kein zusammenhängendes Landstück mehr war, sondern eher eine Art Inselgruppe mit Meer dazwischen. Die Forscher Eldert Advokaat und Douwe van Hinsbergen fordern daher auch, Argoland in Zukunft „Argopelago“ zu nennen, nach dem englischen Wort für Archipel. „Argoland zersplitterte in viele Bruchstücke. Das versperrte uns den Blick auf die Reise des Kontinents“, betont Advokaat. „Wir haben sieben Jahre damit verbracht, das Puzzle zusammenzusetzen.“
Laut den Forschern sind die stark zersplitterten Überreste des Kontinents noch immer da. Sie fanden demnach Fragmente der Landmasse im Gebiet von Indonesien und Myanmar, dort sollen sie wohl unter dem grünen Dschungel verborgen liegen.
Die Ergebnisse der Studie zeigen weiter, dass Argoland an der nordaustralischen Küste zwischen dem Bird's Head im Osten und der Wallaby-Zenith Fracture Zone im Westen entstand. Südlich davon grenzte es an Groß-Indien. Argoland brach dann im späten Jura, der Epoche kurz vor der Kreidezeit, in Argopelago auf.
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