Rund 300 Schüler sollen künftig an einem privaten internationalen Gymnasium am Rangsdorfer See lernen können. Das sieht der Plan des Frankfurter Investors Ferdinand Schneider vor, der dafür zehn Millionen Mark bereitstellen will. Die frühere Militärfläche der Sowjetarmee muß zunächst beräumt und entsiegelt werden, bevor dort neue Gebäude entstehen können. Einbezogen in den Bauplan ist auch das denkmalgeschützte Hauptgebäude des Aero-Clubs. Die Gemeinde Rangsdorf hat großes Interesse an der Verwirklichung des Vorhabens."Dieses Gymnasium kann nur von Vorteil für uns sein", sagte Bürgermeister Peter Gleich (SPD). Wie viele andere Gemeinden am Rande Berlins hofft auch Rangsdorf, vom bevorstehenden Regierungsumzug profitieren zu können. Ob aber, wie vorgesehen, schon im August oder September dieses Jahres die ersten beiden siebten Klassen den Unterricht aufnehmen können, hängt davon ab, wie schnell die Genehmigungen erteilt werden. Die Gemeinde will die Verfahren zwar möglichst schnell durchbringen, aber es gibt noch planungsrechtliche Probleme. Im jüngsten Flächennutzungsplan von 1996 ist das Gelände nämlich noch als "Sondergebiet Erholung" ausgewiesen. "Wir werden das so bald wie möglich ändern", sagte Manfred Wäsche, Vorsitzender im Rangsdorfer Bauausschuß. "Aber ich bin doch skeptisch, daß die Schule schon im September starten kann." Der weitere Ausbau würde sich dann ohnehin über etwa fünf Jahre hinziehen. Daß Rangsdorf schon ein herkömmliches Gymnasium hat, hält Manfred Wäsche dabei für unproblematisch. "So ein Leistungswettbewerb zwischen Schulen wirkt sich doch nur positiv aus", sagte er.Auf dem waldreichen Gelände des Aero-Clubs, idyllisch am Rangsdorfer See gelegen, biete die Einrichtung ideale Bedingungen für Kinder und Jugendliche, sagte Bürgermeister Gleich. 300 Schüler könnten dort einmal in Klassen zu je 24 unterrichtet werden. Für die Hälfte von ihnen ist nach den Vorstellungen des Investors die Unterbringung in einem Internat möglich. Auch eine Ganztagsbetreuung ist vorgesehen. Schwerpunkte des Lehrplans werden Naturwissenschaften und Sport sein. So sollen eine moderne Turnhalle sowie verschiedene Sportstätten entstehen. Aber auch die umliegende Landschaft könnte in den Unterrichtsplan einbezogen werden, etwa für naturwissenschaftliche Exkursionen, so der Bürgermeister. Das Schulgeld wird seinen Angaben zufolge monatlich 1 200 Mark betragen, bei Internatsnutzung etwa 2 000 Mark. Exkursionen in die Landschaft"Trotz dieser hohen Kosten gab es schon Anfragen von Rangsdorfern, die ihre Kinder gerne hier unterbringen möchten", sagte Gleich. So will der Träger des Gymnasiums, der Verein "Freie Schule Nauen", auch Stipendien für hochbegabte Kinder vergeben, deren Eltern sich die Kosten einer solchen privaten Einrichtung nicht leisten können. Der "Freie Schule Nauen e. V." ist bereits Träger eines Gymnasiums in Nauen im Landkreis Havelland.Etwa 40 Mitarbeiter soll das neue Rangsdorfer Gymnasium einmal haben, die Hälfte davon werden Lehrer sein. Aufgrund der angestrebten Schüler-Klientel würden hohe Anforderungen an Ausstattung und Pädagogen gestellt, so Gleich. Dazu gehören gute Fremdsprachenkenntnisse, da die Schule auch auf Kinder ausländischer Botschaftsangestellten hofft. Einige Lehrer hätten auch schon Interesse an dem neuen Gymnasium gezeigt, so der Bürgermeister. "Sogar aus Portugal hat sich schon jemand gemeldet", sagte Gleich.
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