Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy muss am Dienstag seine Haftstrafe antreten. Damit wird der konservative Politiker der erste französische Staatschef der Nachkriegszeit und erste Ex-Präsident eines EU-Landes, der hinter Gitter kommt. Ein Gericht hatte Sarkozy am 25. September in der Affäre um illegale Wahlkampffinanzierung aus Libyen zu fünf Jahren Haft mit sofortiger Vollstreckung verurteilt.
Sarkozy wird im Pariser Gefängnis Santé unter den üblichen Bedingungen inhaftiert – in einer neun Meter großen Einzelzelle, ohne Kontakt zu anderen Häftlingen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll seine Zelle über eine eigene Dusche verfügen. Sarkozy wird demnach auch Zugang zu einem Fernseher haben – gegen eine monatliche Gebühr von 14 Euro – sowie zu einem Festnetztelefon. „Ich habe keine Angst vor dem Gefängnis. Ich werde meinen Kopf hoch erhoben halten – auch an den Toren des Gefängnisses“, sagte Sarkozy der Zeitung La Tribune Dimanche vor seinem Haftantritt.
Berufungsprozess gegen Sarkozy steht noch aus
Nach Ansicht der Richter hatte Sarkozy enge Mitarbeiter mit Verhandlungen in Libyen betraut, um seinen Präsidentschaftswahlkampf finanzieren zu lassen. Der Ex-Präsident hat Berufung eingelegt. Wegen der „Schwere der Taten“ entschieden die Richter jedoch, dass er die Haft noch vor Beginn des Berufungsprozesses antreten muss.
Die Staatsanwaltschaft zeigte sich im Vorfeld überzeugt, dass auch Sarkozy einen „Korruptionspakt“ mit dem damaligen libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi geschlossen hatte. Sie forderte sieben Jahre Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 300.000 Euro. Sarkozy wies die Vorwürfe während des Prozesses entschieden zurück.
Der 70-Jährige kann nach Haftantritt eine Hafterleichterung beantragen, etwa das Tragen einer elektronischen Fußfessel. Doch kann es bis zu zwei Monate dauern, bis über den Antrag entschieden wird.
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