UPDATE

Polizeieinsatz

Frau in Dannigkow durch Selbstschussanlage lebensgefährlich verletzt

Im Jerichower Land hat ein größerer Polizeieinsatz mit Spezialkräften für Aufsehen gesorgt. Eine Frau wurde einem Medienbericht zufolge durch eine Selbstschussanlage verletzt.

OAZ
3 Min
 Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei sichern die Umgebung ab. (Symbolbild)

Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei sichern die Umgebung ab. (Symbolbild)

© Marius Becker/dpa

In Dannigkow, einem Ortsteil der Stadt Gommern in Sachsen-Anhalt, ist am Samstag eine 54-jährige Frau durch eine Selbstschussanlage auf einem Grundstück verletzt worden. Das bestätigte das Polizeirevier Jerichower Land dem Nachrichtenportal Tag24. Die Frau muss laut Polizeiinspektion Stendal stationär im Krankenhaus behandelt werden. Angaben zur Schwere der Verletzungen machten die Behörden zunächst nicht.

Der Einsatz begann nach Polizeiangaben gegen 8 Uhr im Bereich der Feuerwehr und der Zerbster Straße und zog sich bis in die Abendstunden. Vor Ort waren neben Beamten der Polizei auch Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) mit einem schwer gepanzerten Fahrzeug sowie ein Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes. Die Ortsdurchfahrt war für Passanten deutlich sichtbar durch den Einsatz geprägt. Zahlreiche Schaulustige verfolgten den Einsatz aus einiger Entfernung, in sozialen Netzwerken kursierten Bilder vom Geschehen.

Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben wegen gefährlicher Körperverletzung sowie eines Verstoßes gegen das Waffengesetz. Eingebunden seien auch die Kriminalpolizei und die Spurensicherung, teilte die Polizeiinspektion Stendal mit. Den Fall bezeichneten die Beamten als sehr komplex. Aus ermittlungstaktischen Gründen wurden zunächst keine weiteren Einzelheiten mitgeteilt. Der Vorgang liegt nach Polizeiangaben bereits bei der Staatsanwaltschaft.

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Zahlreiche offene Fragen

Eine erneute Bestätigung gegenüber der Volksstimme, ob es sich tatsächlich um eine Selbstschussanlage handelte, gab die Polizei zunächst nicht. Auch am Montagmorgen lagen nach Auskunft einer Polizeisprecherin keine neuen Informationen vor. Sie verwies darauf, sich zunächst mit Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt abstimmen zu müssen. Ob es einen oder mehrere Tatverdächtige gibt und ob sich Personen bereits in polizeilichem Gewahrsam befinden, war zunächst ebenfalls offen.

Update: Mittlerweile sind weitere Details zu dem Vorfall bekannt geworden. Wie die Polizei mitteilte, war eine Frau mit ihrem Hund in dem Ort unterwegs. Dieser rannte auf ein fremdes Grundstück. Als sie ihm hinterherlief, wurde die 54-Jährige von einer Ladung aus einer Schrotflinte getroffen und dabei schwer verletzt. Wie es von Seiten der Polizei hieß, sei sie mittlerweile aber außer Lebensgefahr.

Nach bisherigen Ermittlungen gehen die Beamten davon aus, dass die Frau auf dem Grundstück versehentlich eine Selbstschussanlage ausgelöst hat. Diese sind in Deutschland verboten, da sie eine Gefährdung für Kinder und unbeteiligte Personen darstellen.

Das Grundstück gehört den Angaben zufolge einem 43 Jahre alten Deutschen. Ob er die Anlage errichtet hat, sei Teil der laufenden Ermittlungen der Kriminalpolizei. Bei der Durchsuchung des Hauses des 43-Jährigen stellten die Beamten zahlreiche Waffen sowie Betäubungsmittel sicher. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Der Mann wurde vorläufig festgenommen, befindet sich mittlerweile aber wieder auf freiem Fuß.

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