Ein Paketbote hat in der spanischen Provinz Toledo einen Löwen gemeldet – und damit einen Großeinsatz ausgelöst. Seit Mittwoch suchen die Guardia Civil und die Umweltschutzeinheit Seprona in der Sierra de San Vicente nach dem Tier – mit einem Hubschrauber, Drohnen und mehreren Streifen. Die Sierra de San Vicente ist eine bergige, stark bewaldete Region im Nordwesten der Provinz Toledo, nahe der Grenze zu Ávila und Madrid.
Ob tatsächlich ein Löwe durch die bewaldeten Hügel streift, ist bislang aber nicht bestätigt. Das berichtet die spanische Nachrichtenagentur EFE unter Berufung auf die Guardia Civil. Für die Bewohner mehrerer Dörfer heißt es vorerst vor allem eines: erhöhte Vorsicht.
Löwe in Spanien: Wie die Suche bei Toledo begann
Am Mittwochmorgen ging beim Notruf 112 ein Anruf ein. Eine Person gab an, in der Nähe des Klosters El Piélago einen Löwen gesehen zu haben.
Bei dem Anrufer soll es sich um einen Paketboten gehandelt haben, der in der Gegend unterwegs war, wie EFE unter Berufung auf die Guardia Civil berichtet.
Hubschrauber und Drohnen im Einsatz
Die Umweltschutzeinheit Seprona aktivierte daraufhin ein eigenes Suchaufgebot. Beteiligt waren nach Angaben von EFE ein Hubschrauber aus der Autonomen Gemeinschaft Madrid, Drohnen der Kommandantur Toledo sowie mehrere Streifen der Sicherheitspolizei.
Das Rathaus von El Real de San Vicente informierte seine Einwohner laut Euronews gegen 14.30 Uhr über soziale Netzwerke und rief zur Vorsicht auf. Stunden nach Beginn der Suche war das mutmaßliche Tier noch immer nicht gefunden.
Woher könnte der Löwe stammen?
Parallel zur Suche prüfte die Guardia Civil, woher das Tier kommen könnte. Als mögliche Herkunft gelten laut EFE der Zoo Safari Fauna Aventura in Hinojosa de San Vicente, ein nahe gelegenes Anwesen oder ein Zoo in der Region Madrid.
Eine Vermisstenmeldung für einen Löwen lag zunächst nicht vor. Der Zoo in Hinojosa de San Vicente bestätigte laut Euronews inzwischen, dass keines seiner Tiere ausgebrochen sei.
Die Theorie vom großen Hund
Nicht ausgeschlossen ist, dass es sich gar nicht um einen Löwen handelt. Die Beamten überprüften den Verbleib von Tibetmastiffs in der Gegend – eine Hunderasse, die aus der Ferne mit einem Löwen verwechselt werden kann.
Unter den möglichen Erklärungen gilt laut Euronews, dass das gesichtete Tier ein großer Hund oder ein anderes Tier mit ähnlichem Aussehen gewesen sein könnte. Die Vertretung der Zentralregierung in Kastilien-La Mancha rief die Bevölkerung zur Ruhe auf.
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Sorge und Nervosität in den Dörfern
Die mögliche Löwen-Sichtung sorgte in mehreren Gemeinden jedoch für Aufruhr. Die Rathäuser von Hinojosa de San Vicente, Navamorcuende, El Real de San Vicente und Almendral de la Cañada warnten ihre Einwohner über soziale Netzwerke.
Der Bürgermeister von Almendral de la Cañada, Marcelino Fernández, bestätigte gegenüber EFE, dass die Guardia Civil das Rathaus kontaktiert habe. Er sprach von „Überraschung“ und „Nervosität“ unter den Bewohnern.
Berliner „Löwin“ entpuppte sich als Wildschwein
Der Fall erinnert an den Sommer 2023 in Kleinmachnow bei Berlin. Damals tauchte ein verwackeltes Handyvideo auf, das ein Tier zeigte, das einer Löwin stark ähnelte.
Die Polizei durchkämmte daraufhin die Region mit mehreren hundert Beamten, dazu kamen Drohnen, Wärmebildkameras und Hubschrauber. Anwohner wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben.
Auch damals war keine Löwin als vermisst gemeldet. Am Ende fanden die Einsatzkräfte weder Fell noch Kot noch Spuren einer Raubkatze – sondern ein Borstenhaar. Laut Analyse stammte es von einem Wildschwein. Ob sich auch die Löwenmeldung aus Toledo als Fehlalarm erweist, bleibt zunächst offen.
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