CHRONIK VOM TAGENach Gesprächen verlassen alle 117 Zufluchtsuchenden die Ständige Vertretung in Ost-Berlin. In der Zusage einer "umfassenden anwaltlichen Betreuung" durch DDR-Anwalt Vogel sieht die Bundesregierung eine Ausreisezusicherung. Um keinen Folgekonflikt zu riskieren, bleibt die Ständige Vertretung bis Mitte November geschlossen./ Die Presse der CSSR druckt positive Artikel über die Bundesrepublik. Beobachter in Prag werten das als "psychologische Vorbereitung" für eine humanitäre Lösung des Flüchtlingsproblems./ In der Bonner Botschaft in Prag stehen Zelte im Hof, nach dem alle Räume mit Flüchtlingen belegt sind./ DDR-Sicherheitskräfte unterbinden gewaltsam auf dem Alexanderplatz in Ost-Berlin eine Demonstration von Bürgerrechtlern gegen die Wahlmanipulation vom 7. Mai. 40 Personen werden verhaftet. Westliche Reporter dürfen den Platz nicht betreten./Mit Texten, die genau vor zehn Jahren entstanden sind, unternimmt die Berliner Zeitung eine tägliche Zeitreise. Eine Chronik der Ereignisse und ganz verschiedene authentische Quellen sollen noch einmal jeden einzelnen Tag wiederbeleben so, wie damals gedacht und geschrieben wurde, bevor die Mauer fiel.
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