Schulzeit

„Die Schule hatte Schwierigkeiten mit mir“: Merz spricht über sein schlechtes Abi

Vor 51 Jahren machte Friedrich Merz in Rüthen Abitur. Bei seiner Rückkehr spricht der Kanzler über Schulprobleme, einen schwachen Abschluss – und eine Note, die bis heute geheim bleibt.

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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht beim Besuch seines ehemaligen Gymnasiums, dem Friedrich-Spee-Gymnasium, mit Schülern.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht beim Besuch seines ehemaligen Gymnasiums, dem Friedrich-Spee-Gymnasium, mit Schülern.

© Bernd Thissen/dpa

Als Friedrich Merz am Montagmorgen aus seiner Limousine steigt, warten auf dem Schulhof rund 700 Schülerinnen und Schüler. „Hallo, Kanzler“, rufen einige, andere stehen Spalier. Für Merz ist es eine Rückkehr an einen Ort, an dem seine eigene Schulkarriere nach einigen Schwierigkeiten doch noch ein gutes Ende nahm.

„Wenn ich früher hier zur Schule gegangen bin, war das nicht so wie heute Morgen“, sagt der Bundeskanzler angesichts des Empfangs am Friedrich-Spee-Gymnasium in Rüthen. Vor 51 Jahren machte Merz hier Abitur. Ein Musterschüler war er damals allerdings nicht, und auch sein Abschluss fiel nach allem, was Merz selbst darüber verraten hat, eher schwach aus. Nun ist er zum 100-jährigen Bestehen seiner früheren Schule zurückgekehrt.

Viel Aufhebens um seinen damaligen Abschluss macht der 70-Jährige allerdings nicht. Im Gegenteil. Den heutigen Schülern gibt er einen Rat mit: „Lernt ordentlich und macht ein besseres Abitur als ich.“ Auch der WDR berichtet von einem gut gelaunten Kanzler, der seine ehemalige Schule vor rund 700 Jugendlichen besucht und offen über seinen ungewöhnlichen Bildungsweg gesprochen habe.

Merz über seine Schulzeit: „Die Schule hatte Schwierigkeiten mit mir“

„Ich hatte keine Schwierigkeiten mit der Schule, die Schule hatte Schwierigkeiten mit mir“, sagt er unter Gelächter der Jugendlichen. Er musste eine Klasse wiederholen und hatte vor allem mit Mathematik Probleme.

1971 wechselte Merz vom Gymnasium Petrinum in seinem Heimatort Brilon nach Rüthen. „Einer der Gründe, warum ich in Brilon nicht weitergemacht habe, war erstens, dass ich die Klasse wiederholen musste, und zweitens, dass ich mit Mathematik nicht zurechtgekommen bin“, sagte er nach einem Bericht des Soester Anzeigers bei dem Besuch.

In Rüthen änderte sich offenbar einiges. „Hier habe ich mich wohlgefühlt“, erzählt Merz. Gute Lehrer und eine andere Atmosphäre hätten ihm geholfen. Ausgerechnet Mathematik und Physik wurden später zu seinen Lieblingsfächern. Der WDR spricht deshalb von einer „zweiten Chance“ für den späteren Kanzler.

Abiturnote um 3,8? Merz lässt sein Zeugnis im Tresor

Wie gut oder schlecht dieses zweite Kapitel tatsächlich endete, verrät Merz bis heute nicht genau. Seine Abiturnote gehört zu den kurioseren Geheimnissen des Bundeskanzlers.

Einen ziemlich deutlichen Hinweis gab er allerdings bereits im Januar 2025 im Zeit-Podcast Alles gesagt?. Auf die Frage nach seinem Abschluss sagte Merz: „Mein Abiturzeugnis liegt bei mir zu Hause im Tresor und kommt auch nicht raus.“

Damals erklärte er auch, warum: „Ich habe mittlerweile Enkelkinder, die auf die Schule gehen, und ich möchte, dass denen die Motivation erhalten bleibt.“ Als Moderator Jochen Wegner schließlich die Note 3,8 nannte, antwortete Merz: „Gehen Sie mal davon aus, dass es in dieser Bandbreite war.“ Auf die Nachfrage „3,8?“ wollte er sich nicht weiter festlegen: „So, lassen wir es dabei.“ Die Originalfolge mit Merz erschien am 19. Januar 2025.

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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sitzt beim Besuch seines ehemaligen Gymnasiums mit Schülerinnen und Schüler auf der Bühne.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sitzt beim Besuch seines ehemaligen Gymnasiums mit Schülerinnen und Schüler auf der Bühne.

© Bernd Thissen/dpa

Schlechte Abi-Note machte Medizin für Merz schwierig

Dabei lieferte er am Montag ein weiteres interessantes Detail. Merz wollte nach eigenen Angaben ursprünglich Chirurg werden und Medizin studieren. Später habe er zwischen Physik und Nachrichtentechnik geschwankt.

Am Ende entschied er sich für Jura. Ein Grund war offenbar tatsächlich sein Abiturzeugnis. Wegen der damals geltenden Numerus-clausus-Regeln hätte er mit seinem Abiturschnitt auf einen Studienplatz für Medizin „ziemlich lange warten müssen“, sagte Merz nach Angaben des Soester Anzeigers. Seine Entscheidung für Jura habe er später „nie bereut“.

Merz spricht mit Schülern hinter verschlossenen Türen

Zu dem Besuch eingeladen worden war Merz im Rahmen der Reihe „Ehemalige erzählen“. Das Kanzleramt hatte den Termin zum 100-jährigen Bestehen des Friedrich-Spee-Gymnasiums offiziell angekündigt.

Nach dem öffentlichen Teil sprach Merz vor rund 120 Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften weiter. Die meisten Fragen wurden allerdings ohne Journalisten und Kameras gestellt, damit der Kanzler nach Angaben der Schule offen antworten konnte.

Schüler berichteten anschließend, dass es dabei um seinen Werdegang, den Umgang mit Kritik und seine Verantwortung als Bundeskanzler gegangen sei. Zwei Schülerinnen interviewten Merz zudem für den schuleigenen Podcast. Auf die Frage, was er jungen Menschen sage, die ihre Hoffnung verlieren, habe er die Bedeutung von Kommunikation und gegenseitigem Respekt hervorgehoben.

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