Zweimal im Jahr dreht Deutschland an der Uhr. Und zweimal im Jahr stehen Millionen Menschen vor dem Backofen und fragen sich: vor oder zurück? Darf ich länger schlafen oder klaut mir jemand eine Stunde?
Im Herbst gibt es die gute Nachricht. In der Nacht von Samstag, 24. Oktober, auf Sonntag, 25. Oktober 2026, springen die Uhren um 3 Uhr zurück auf 2 Uhr. Die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr gibt es in dieser Nacht zweimal.
Ungewöhnlich ist diesmal der Termin. Früher im Jahr kann die Winterzeit gar nicht beginnen.
Zeitumstellung im Herbst: Uhr zurück, Nacht länger
Mit der Umstellung endet die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Es gilt wieder die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), offiziell Normalzeit, im Alltag Winterzeit.
Wer am Samstagabend wie gewohnt ins Bett geht, schläft eine Stunde länger. Wer um 7 Uhr aufsteht, fühlt sich wie um 8 Uhr.
Den Preis zahlt die Nachtschicht. Pflegekräfte und Wachleute arbeiten in dieser Nacht eine Stunde mehr.
Länger oder kürzer? Die besten Merksätze
Uhr vor oder zurück? Im Frühling stellt man die Gartenmöbel vor das Haus, im Herbst holt man sie zurück. Genauso wandert die Uhr.
Für alle, die in Zahlen denken: Im Frühling geht das Thermometer ins Plus, im Herbst ins Minus. Also im März eine Stunde dazu, im Oktober eine Stunde weg.
Länger oder kürzer schlafen? Im Herbst geht es zurück ins Bett. Die Uhr läuft rückwärts, die Nacht wird länger, die Stunde gehört Ihnen.
Am verlässlichsten ist aber ein Handgriff am Samstagabend. Wer Backofen und Autouhr vor dem Schlafengehen zurückstellt, muss am Sonntagmorgen nicht rechnen. Smartphone und Laptop stellen sich von allein um.
Warum die Zeitumstellung 2026 so früh kommt
Die Regel gilt in der ganzen EU: Die Sommerzeit endet am letzten Sonntag im Oktober. Dieser Sonntag liegt immer zwischen dem 25. und dem 31. Oktober.
2026 trifft es den allerersten möglichen Tag. Das gab es zuletzt 2020, das nächste Mal erst wieder 2037. Mehr dazu, warum die Uhr schon am 25. Oktober zurückgestellt wird, lesen Sie hier.
Eine Absicht steckt dahinter nicht, nur der Kalender. Ein Jahr hat 52 Wochen und einen Tag. Deshalb rutscht jedes Datum jährlich um einen Wochentag weiter, nach einem Schaltjahr sogar um zwei.
2027 schlägt das Pendel ins andere Extrem. Dann endet die Sommerzeit erst am 31. Oktober, dem spätestmöglichen Termin.
Die Sommerzeit war dieses Jahr eine Woche kürzer
Der frühe Termin hat einen Nebeneffekt, den kaum jemand bemerkt. Die Sommerzeit begann am 29. März und endet am 25. Oktober. Das sind 210 Tage.
2027 läuft sie vom 28. März bis zum 31. Oktober, also 217 Tage. Wer gerade die langen Abende vermisst, hatte diesmal tatsächlich eine Woche weniger davon.
Sonnenuntergang in Berlin: plötzlich vor 17 Uhr dunkel
Spürbar wird die Umstellung vor allem am Abend. In Berlin ist die Sonne am 25. Oktober schon um 16.50 Uhr verschwunden. Im Osten wird es zuerst dunkel, in Görlitz bereits um 16.46 Uhr.
Ein Jahr später, am 25. Oktober 2027, gilt dagegen noch Sommerzeit. Dann ist es in Berlin bis 17.50 Uhr hell, am selben Datum eine volle Stunde länger.
Dafür wird es morgens früher hell. Wer mit dem Rad zur Arbeit fährt, startet in den ersten Tagen wieder im Tageslicht.
Wird die Zeitumstellung abgeschafft?
Eigentlich sollte damit längst Schluss sein. Die EU-Pläne hängen aber seit Jahren fest, weil sich die Mitgliedsstaaten nicht auf eine gemeinsame Zeit einigen.
Eine Studie der EU-Kommission soll bis Ende 2026 Ergebnisse liefern. Bis dahin bleibt alles beim Alten: Am 28. März 2027 wird die Uhr wieder vorgestellt, und die geschenkte Stunde ist weg.
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