Nahost

Für Friedensdeal: Iran fordert von Trump Reparationszahlungen für alle Kriegsschäden

Teheran fordert laut Staatsmedien den Abzug von US-Truppen und Entschädigungen für Kriegsschäden. Donald Trump sieht dennoch Chancen auf ein Abkommen.

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US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus

US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus

© Will Oliver/imago

Der Iran hat erstmals öffentlich Details zu seinem neuen Friedensvorschlag an die USA genannt. Teheran verlangt laut staatlichen iranischen Medien ein Ende der Kämpfe „an allen Fronten“, den Abzug amerikanischer Truppen aus Regionen nahe des Iran sowie Entschädigungen für Schäden durch den Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran. Gleichzeitig deutete US-Präsident Donald Trump an, vorerst auf neue Angriffe verzichten zu wollen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag berichtet, erklärte der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi, zu den Bedingungen Teherans gehörten außerdem die Aufhebung der Sanktionen, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte und ein Ende der US-Seeblockade gegen den Iran. Die Forderungen seien Teil eines neuen iranischen Vorschlags an die US-Regierung.

Trump stoppt vorerst neue Angriffe

Trump hatte bereits am Montag erklärt, er habe geplante neue Angriffe auf den Iran zunächst ausgesetzt, nachdem Teheran einen neuen Friedensplan übermittelt habe. „Es scheint eine sehr gute Chance zu geben, dass sie etwas ausarbeiten können“, sagte Trump laut Reuters vor Journalisten. Wenn sich ein Abkommen ohne „Bombardierung“ erreichen lasse, wäre er „sehr glücklich“.

Iran-Krieg: Golfstaaten drängen auf Deeskalation

Nach Angaben Trumps hätten die Staatschefs von Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ihn gebeten, vorerst keine neuen Angriffe zu starten. Ein Abkommen könne „für die Vereinigten Staaten ebenso wie für alle Länder im Nahen Osten und darüber hinaus akzeptabel“ sein, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Reuters berichtet unter Berufung auf pakistanische Quellen, dass Islamabad weiterhin zwischen Washington und Teheran vermittelt. Pakistan hatte bereits die bislang einzige direkte Gesprächsrunde zwischen beiden Seiten organisiert. Ein pakistanischer Regierungsvertreter sagte der Agentur, beide Seiten verschöben ständig ihre „roten Linien“. „Wir haben nicht mehr viel Zeit“, sagte die Quelle.

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Iran verlangt Ende des militärischen Drucks

Nach Angaben der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA umfasst der Vorschlag Teherans auch ein Ende der Kämpfe im Libanon. Israel führt dort weiterhin Angriffe gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz aus.

Die von Reuters zitierten Bedingungen unterscheiden sich allerdings kaum von früheren iranischen Positionen, die Trump vergangene Woche noch als „Müll“ bezeichnet hatte. Bereits vor wenigen Tagen hatten iranische Medien berichtet, die US-Regierung habe Teheran fünf Bedingungen für weitere Gespräche gestellt – darunter die Begrenzung des iranischen Atomprogramms und die Übergabe angereicherten Urans an die USA. Der Iran reagierte damals mit eigenen Forderungen nach Sanktionserleichterungen, Reparationszahlungen und einem Ende der Kampfhandlungen auch im Libanon.

Reuters berichtet unter Berufung auf informierte Quellen, Washington habe zuletzt mehr Flexibilität bei einzelnen Punkten signalisiert. Demnach könnten Teile eingefrorener iranischer Gelder freigegeben werden. Außerdem seien die USA offenbar eher bereit, dem Iran eine begrenzte zivile Nutzung der Atomtechnologie unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zu erlauben. Offiziell bestätigt wurden diese Informationen von Washington nicht.

Ein US-Regierungsvertreter wies zudem Berichte zurück, wonach die Vereinigten Staaten während der Verhandlungen Öl-Sanktionen gegen den Iran lockern wollten.

Iran-Krieg militärisch pausiert, politisch ungelöst

Der Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran war Anfang April nach einer Waffenruhe vorerst gestoppt worden. Zuvor hatten israelische und amerikanische Angriffe übereinstimmenden Berichten zufolge tausende Menschen im Iran getötet. Iranische Raketen- und Drohnenangriffe trafen wiederum Ziele in Israel und mehreren Golfstaaten.

Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatten erklärt, Ziel des Kriegs sei gewesen, das iranische Atomprogramm zu stoppen, Raketenfähigkeiten zu zerstören und den Einfluss Teherans auf regionale Milizen zurückzudrängen.

Reuters weist jedoch darauf hin, dass der Iran trotz der Angriffe weiterhin über Bestände hoch angereicherten Urans sowie über Raketen, Drohnen und verbündete Milizen in der Region verfügt. Gleichzeitig habe die Führung in Teheran die schweren Angriffe politisch überstanden, ohne dass sich eine organisierte Oppositionsbewegung gegen das Regime formiert habe.

Die Waffenruhe hält bislang weitgehend. Allerdings wurden zuletzt erneut Drohnen aus dem Irak in Richtung Golfstaaten gestartet. Nach Einschätzung westlicher Beobachter stehen dahinter mutmaßlich der Iran oder mit Teheran verbündete Gruppen.

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