Polen

Für mögliche Ukraine-Mission: Koalition der Willigen führt ab Montag erste Militärübung durch

Ab Montag üben Soldaten aus elf Ländern in Polen für eine mögliche Mission in der Ukraine. Auch Deutschland ist beteiligt.

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Vertreter der Koalition der Willigen bei einem Treffen in August

Vertreter der Koalition der Willigen bei einem Treffen in August

© Antti Aimo-Koivisto/imago

Die Koalition der Willigen wird erstmals gemeinsame Militärübungen zur möglichen Unterstützung der Ukraine durchführen. Vom 9. bis zum 22. November sollen rund 2800 Soldaten aus elf Ländern an der Übung „Koalicja“ (Koalition) teilnehmen, teilte das britische Verteidigungsministerium mit. Auch Deutschland ist demnach beteiligt.

Großbritannien und Frankreich übernehmen die Führung der Übung in Polen. Neben ihnen beteiligen sich Belgien, Estland, Deutschland, Litauen, die Niederlande, Polen, Spanien, Schweden und die Türkei. Das polnische Verteidigungsministerium teilte laut der Nachrichtenagentur PAP mit, dass zusätzlich knapp 2000 polnische Soldaten an den Übungen teilnehmen sollen.

Die Koalition der Willigen wurde Anfang 2025 gegründet, um die Ukraine zu unterstützen. Pläne für die Bildung der multinationalen Truppe wurden später bei einem Ukraine-Gipfel in Berlin beschlossen. Die Bundeswehr beteiligt sich mit rund zehn Stabsoffizieren, Tankflugzeugen und logistischer Unterstützung, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Bericht: Europäische Truppen dürfen im Fall eines Angriffs zurückschießen

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte laut AP in der Vergangenheit erklärt, ausländische Truppen in der Ukraine könnten als „legitime Ziele“ betrachtet werden. Der Guardian berichtete unter Berufung auf westliche Vertreter nun, britische Soldaten und europäische Verbündete dürften im Falle eines Angriffs zurückschießen.

„Selbstverständlich werden wir unsere Streitkräfte vor jeglicher Aggression schützen“, sagte eine Quelle dem Bericht zufolge, betonte aber gleichzeitig, dass die westlichen Truppen in der Ukraine „defensiv“ vorgehen würden. Nach Angaben des Guardian soll sich die Mission nicht auf US-Systeme oder -Technologien wie Elon Musks Starlink stützen und fast ausschließlich aus Europäern bestehen.

Vorbereitung auf eine mögliche Mission

„Im Falle eines Friedens wird die MNF-U die künftige Sicherheit der Ukraine stärken, indem sie für mehr Sicherheit im ukrainischen Luftraum und auf See sorgt und die ukrainischen Streitkräfte wiederaufbaut“, heißt es in der Erklärung des britischen Verteidigungsministeriums. MNF-U ist der militärische Arm der Koalition der Willigen. Ein Einsatz sei erst nach Ende der Kampfhandlungen und auf den Wunsch der ukrainischen Regierung möglich.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat AP zufolge wiederholt betont, dass im Falle eines Friedensabkommens starke Sicherheitsgarantien von Verbündeten der Ukraine notwendig seien, um Russland von einem erneuten Angriff abzuschrecken.

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Truppenverlegungen und Minenräumung

Bei den Manövern sollen die Soldaten unter anderem die Verlegung und Versorgung von Truppen sowie gemeinsame Führungsstrukturen trainieren. Auch die Zusammenarbeit der verschiedenen militärischen Einheiten soll getestet werden, teilte das britische Verteidigungsministerium mit.

Großbritannien entsendet nach eigenen Angaben rund 300 Soldaten sowie Eurofighter-Kampfjets und ein Tankflugzeug vom Typ Voyager. Die Türkei bereitet unterdessen in Istanbul die maritime Komponente der multinationalen Truppe vor. Dazu gehört die Planung möglicher Minenräumarbeiten im Schwarzen Meer, erklärte das britische Verteidigungsministerium.

Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting bezeichnete die Übung als Zeichen für das verstärkte Engagement seines Landes. „Das ist kein hypothetischer Plan, sondern eine echte Truppe, die bereit ist, der Ukraine zu helfen, sobald die Kämpfe enden“, erklärte er laut Mitteilung seines Ministeriums.

Einsatz bleibt ungewiss

Ob die multinationale Truppe tatsächlich in der Ukraine stationiert wird, ist allerdings offen. Die Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine sind laut AP ins Stocken geraten. Es bestehen weiterhin erhebliche Differenzen über territoriale Fragen und Sicherheitsgarantien.

Weitere Unsicherheiten ergeben sich aus der französischen Innenpolitik. Im kommenden Jahr stehen dort Präsidentschaftswahlen an. Gegen eine Entsendung französischer Soldaten gibt es in Frankreich sowohl am rechten als auch am linken Rand des politischen Spektrums Widerstand. Marine Le Pen lehnt eine Entsendung französischer Soldaten ab. Auch die Partei von Jean-Luc Mélenchon spricht sich gegen einen solchen Einsatz aus, wie AP berichtet.

Der Experte Ed Arnold vom britischen Thinktank RUSI sprach von einer „militärischen Operation auf der Suche nach einem Auftrag“. Er halte einen tatsächlichen Einsatz für nahezu ausgeschlossen.

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