Polen

Tusk meldet „beunruhigende Bewegungen“: Großeinsatz an Polens Grenze zu Kaliningrad

An Polens Grenze zu Kaliningrad wurden nachts Menschen mit Taschenlampen beobachtet. Laut Regierungschef Tusk verhinderten Einsatzkräfte mögliche Provokationen.

Peter Steiniger Anika Schlünz
2 Min
Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat zusätzliche Sicherheitskräfte an die Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad geschickt.

Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat zusätzliche Sicherheitskräfte an die Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad geschickt.

© Grzegorz Krzyzewski/imago

In Polen haben Polizei, Grenzschutz und Militär einen großangelegten Einsatz an der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad begonnen, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Den Geheimdiensten hätten sehr genaue Hinweise darauf vorgelegen, dass bewaffnete Personen auf polnisches Staatsgebiet eindringen könnten, sagte Regierungschef Donald Tusk am Dienstag in Warschau.

„Kurz nach Mitternacht bekam ich die Information, dass an der polnisch-russischen Grenze beunruhigende Bewegungen beobachtet werden“, sagte Tusk laut dpa weiter. Unter anderem seien Personen mit Taschenlampen nahe der Grenze unterwegs gewesen. Durch das schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte seien mögliche Provokationen verhindert worden.

Geheimdienste warnten vor Provokationen

Nach Angaben Tusks hatten die Geheimdienste bereits seit Längerem davor gewarnt, dass feindliche Geheimdienste für Anfang November Provokationen an der Grenze planten. Diese Informationen habe ihm auch der Nato-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich bestätigt.

Nachdem Polen genauere Informationen erhalten habe, dass es in der ersten Novemberhälfte zu Vorfällen kommen könnte, sei beschlossen worden, „umfangreiche Polizeikräfte und Anti-Terror-Einheiten an die Grenze zu entsenden und den Grenzschutz zu verstärken“, sagte Tusk nach Angaben von RMF24.

„Es ist nicht so, dass wir in der vergangenen Nacht irgendwelche tragischen Ereignisse verhindert hätten“, fügte er dem Bericht zufolge hinzu. Polen müsse jedoch aufmerksam sein, um „möglichen Provokationen entgegenzuwirken“. Auf eine Frage, ob es sich tatsächlich um eine Provokation gehandelt habe, sagte der polnische Ministerpräsident laut AFP: „Natürlich werden wir das niemals vollständig bestätigen können.“

Das EU- und Nato-Mitglied Polen hat eine 232 Kilometer lange gemeinsame Grenze mit der russischen Exklave Kaliningrad. Das hochgerüstete Gebiet ist von den Nato-Mitgliedern Polen und Litauen umgeben und gilt als „Moskaus unsinkbarer Flugzeugträger“.

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