Fußball

Houthi-Angriffe auf Riad: Ist die Asienmeisterschaft im Fußball in Gefahr?

Die Einschläge von Raketen an Riads Flughafen alarmieren Asiens Fußballverbände. Fünf von acht Spielorten der kontinentalen Meisterschaft liegen in der saudischen Hauptstadt.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Der internationale Flughafen von Riad in Saudi-Arabien war das Ziel mehrerer Raketenangriffe.

Der internationale Flughafen von Riad in Saudi-Arabien war das Ziel mehrerer Raketenangriffe.

© Markus Mainka/imago

Nach schweren Raketenangriffen auf den internationalen Flughafen von Riad wachsen die Zweifel an einer Austragung der Fußball-Asienmeisterschaft in Saudi-Arabien. Der australische Fußballverband Football Australia erklärte am Dienstag, man beobachte die Lage im Gastgeberland genau.

Die Sicherheit von Spielern, Mitarbeitern und Fans habe oberste Priorität, hieß es in einer Mitteilung, aus der die australische Nachrichtenagentur AAP zitierte. Das Außenministerium in Canberra hält laut AAP für Saudi-Arabien eine Reisewarnung aufrecht.

Australien gehört seit 2006 dem Asiatischen Fußballverband AFC an. Der Wechsel aus Ozeanien sollte dem Land bessere Chancen bei der WM-Qualifikation und regelmäßige Spiele gegen stärkere Gegner ermöglichen.

Nach Angaben saudischer Behörden kamen bei mehreren Angriffen der vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Miliz auf den King-Khalid-Flughafen am vergangenen Wochenende mindestens 14 Menschen ums Leben, mehr als 300 wurden verletzt. Der Flughafen bleibt nach Angaben von AAP bis zum 17. Oktober geschlossen. Die Fluggesellschaften Etihad und Qatar Airways hatten ihre Flüge nach Riad ausgesetzt.

Fünf von acht Spielorten in Riad

Die Asienmeisterschaft soll am 7. Januar mit der Partie Saudi-Arabien gegen Palästina eröffnet werden. Nach einem Bericht des britischen Guardian sind fünf der acht Spielstätten in Riad angesiedelt. Insgesamt 31 der 51 Spiele sollen in der Hauptstadt stattfinden, darunter das Finale am 5. Februar. Weitere Partien sind in Al-Chobar am Persischen Golf geplant, einer Region, die während des Kriegs zwischen dem Iran und den USA ebenfalls bedroht war.

Fans des Vereins Al-Nassr beim saudischen Ligaspiel gegen Al-Taawon am 28. August 2026 in Riad.

Fans des Vereins Al-Nassr beim saudischen Ligaspiel gegen Al-Taawon am 28. August 2026 in Riad.

© Mohammed Saad/imago

Der Vorsitzende der asiatisch-ozeanischen Sektion der weltweiten Spielergewerkschaft Fifpro, Beau Busch, erklärte laut Guardian, die Sicherheit müsse im Mittelpunkt der Planung und der Risikoanalysen stehen. Der japanische Fußballverband zog sich bereits von der FIFAe-Weltmeisterschaft, einem Videospiel-Turnier des Fußball-Weltverbands, in Saudi-Arabien Ende Oktober zurück und begründete dies mit der prekären Sicherheitslage.

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Verschiebung um ein Jahr denkbar

An der Fußball-Asienmeisterschaft 2027 nehmen 24 Nationalteams in sechs Vierergruppen teil. Qualifiziert sind neben Gastgeber Saudi-Arabien und Titelverteidiger Katar unter anderem Japan, Südkorea, Australien, Iran, Irak, China, Indonesien, Palästina und Nordkorea. Den letzten Startplatz sicherte sich Jemen im Juni gegen den Libanon.

Der asiatische Fußballverband AFC äußerte sich auf Anfragen von AAP und Guardian zunächst nicht. Eine kurzfristige Vergabe des Turniers an ein anderes Land gilt nach Einschätzung von AAP als unwahrscheinlich. Realistischer sei eine Verschiebung um zwölf Monate auf Januar 2028.

Verfolgt wird die Lage auch beim Fußball-Weltverband FIFA, da Saudi-Arabien die Weltmeisterschaft 2034 austragen soll. Ein Spiel der asiatischen Champions League mit dem Rijader Verein Al-Nassr um den Portugiesen Cristiano Ronaldo musste am Montag wegen eines Luftalarms um eine Stunde verschoben werden.

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