Energie

Nach Druck aus den USA: G7 wollen „bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl“ freigeben

Hohe Dieselpreise setzen Europa und die USA unter Druck. Nun kündigt Frankreichs Präsident Macron eine Freigabe von Reserven an. Zuvor hatte Trump mit einem Exportstopp gedroht.

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US-Präsident Donald Trump. Vor den Kongresswahlen setzte er Europa unter Druck, Dieselreserven freizugeben.

US-Präsident Donald Trump. Vor den Kongresswahlen setzte er Europa unter Druck, Dieselreserven freizugeben.

© Alex Brandon/AP/dpa

Die G7-Staaten haben nach Angaben des französischen Präsidenten Emmanuel Macron die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus ihren Notfallreserven angekündigt. Das meldete die Nachrichtenagentur AFP am Freitagnachmittag. Die Ankündigung folgt auf amerikanischen Druck, zusätzliche Kraftstoffreserven auf den Markt zu bringen, um die stark gestiegenen Preise zu senken.

US-Präsident Donald Trump erklärte ebenfalls, Europa habe einer sofortigen Freigabe großer Dieselbestände zugestimmt. „Der Prozess wird sofort beginnen“, schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social. Welche Länder sich beteiligen und welche Mengen sie bereitstellen sollen, ließ Trump offen.

Macron kündigt Verzicht auf Exportverbote an

Die G7-Staaten vereinbarten nach Angaben Macrons auch, ihre gegenseitigen Diesellieferungen nicht zu unterbrechen. Es werde zwischen den Mitgliedern „kein Verbot“ von Diesel-Ausfuhren geben, sagte der französische Präsident laut Le Parisien am Freitagnachmittag. Washington hatte zuvor mit einem Exportstopp Druck auf die Europäer ausgeübt.

Trump stellte die Freigabe unterdessen als Erfolg seiner Forderungen dar. „Europa hat soeben zugestimmt, eine gewaltige Menge seiner umfangreichen Dieselöl-Reserven freizugeben“, erklärte er auf Truth Social. Seine Republikaner stehen rund einen Monat vor den Kongress-Zwischenwahlen unter Druck, weil die infolge des Iran-Kriegs gestiegenen Kraftstoffpreise die Verbraucher belasten.

Die US-Regierung hatte Deutschland und Frankreich zudem vorgeworfen, frühere Zusagen zur Freigabe von Öl- und Kraftstoffreserven nicht vollständig umgesetzt zu haben. Bereits im März hatten die Mitgliedstaaten der Internationalen Energieagentur die Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl vereinbart. Anfang dieser Woche war davon nach Angaben von IEA-Chef Fatih Birol noch etwa ein Drittel nicht auf dem Markt, berichtete AFP.

Warum Deutschland und Frankreich im Mittelpunkt stehen

Deutschland und Frankreich verfügen zusammen über rund 35 Prozent der strategischen Diesel- und Gasölbestände der EU. Nach den von Reuters ausgewerteten Eurostat-Daten für Mai im Jahr 2025 lagerten in Frankreich 8,2 Millionen Tonnen, in Deutschland 5,6 Millionen Tonnen. Die beiden Länder können deshalb besonders große Mengen zur Entlastung des Marktes beitragen.

Die Abhängigkeit Europas von amerikanischen Lieferungen ist zugleich gewachsen. Hintergrund dafür ist der Verzicht auf russische Kraftstoffimporte sowie kriegsbedingte Ausfälle aus dem Nahen Osten.

Reserven sollen Versorgungskrisen abfedern

Die Notfallvorräte dienen dazu, schwere Lieferunterbrechungen zu überbrücken. Nach den Regeln der Internationalen Energieagentur müssen Mitgliedstaaten, die netto Öl importieren, Bestände im Umfang von mindestens 90 Tagen ihrer Nettoimporte vorhalten. Diese Vorgabe betrifft Öl insgesamt und bedeutet nicht, dass jedes Land Diesel für 90 Verbrauchstage lagert.

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Eine Freigabe bringt vorhandene Vorräte auf den Markt, schafft aber keine zusätzliche Produktionskapazität. Sie kann Engpässe vorübergehend abfedern. Für eine dauerhafte Entspannung müssen auch Raffinerien und internationale Lieferwege wieder ausreichend Kraftstoff bereitstellen.

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