Die US-Regierung hat Deutschland und Frankreich offenbar aufgefordert, ihre Dieselreserven abzubauen, wie Reuters unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichtet. Die Maßnahme soll demnach zur Senkung der globalen Kraftstoffpreise beitragen. Andernfalls könnte ein US-Exportverbot für Diesel drohen.
Eine europäische Quelle sagte der Nachrichtenagentur, die USA hätten die EU aufgefordert, innerhalb der kommenden sechs Monate 120 Millionen Barrel Diesel freizugeben. Reuters hatte zuvor berichtet, dass US-Vertreter insbesondere Deutschland und Frankreich vorwerfen, frühere Zusagen zur Freigabe von Notfallreserven an Öl und Erdölprodukten nicht vollständig umgesetzt zu haben.
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Beratungen zwischen EU-Kommission und mehreren Staaten
Die EU-Kommission sowie Deutschland, Frankreich, Italien, Irland und Großbritannien wollten nach Angaben eines EU-Vertreters am Donnerstag über eine mögliche Freigabe von Dieselreserven beraten, berichtete Reuters. Das deutsche Wirtschaftsministerium reagierte dem Bericht zufolge zunächst nicht auf eine Anfrage. Frankreichs Energieministerium lehnte eine Stellungnahme ab. Nach Angaben der Nachrichtenagentur verfügen Deutschland und Frankreich über mehr als ein Drittel der strategischen EU-Dieselvorräte.
Ein Vertreter des Élysée-Palasts gab laut Reuters an, dass der französische Präsident Emmanuel Macron und US-Präsident Donald Trump das Thema bei ihrem Treffen am Rande der UN-Generalversammlung in der vergangenen Woche nicht besprochen hätten. Macron plane jedoch eine Videokonferenz der G7-Staats- und Regierungschefs, um über steigende Kraftstoffpreise und die weltweite Verfügbarkeit raffinierter Produkte zu beraten. Dabei solle es auch um eine koordinierte Freigabe von Reserven gemeinsam mit der Internationalen Energieagentur (IEA) gehen.
USA erwägen Maßnahmen zur Senkung von Kraftstoffpreisen
Auch Bloomberg berichtete unter Berufung auf ein internes Dokument, dass die EU eine gemeinsame Position der Mitgliedstaaten zu den Notfallreserven abstimmen will. Die EU-Ölkoordinierungsgruppe habe die Mitgliedstaaten aufgefordert, mitzuteilen, ob sie von den USA direkt kontaktiert worden seien. Hintergrund sei die Aussage eines Mitgliedstaates, bereits bilateral von den USA angesprochen worden zu sein. Die Gruppe wolle auf dieser Grundlage eine gemeinsame Position der EU erarbeiten.
US-Energieminister Chris Wright sagte Reuters zufolge am Mittwoch, die US-Regierung erwarte bald Ankündigungen aus Europa über zusätzliche Diesel-Lieferungen. „Wir haben einige Diesel-Exporte aus dem Nahen Osten verloren, obwohl wir diese wiederherstellen. Außerdem haben wir Diesel-Exporte aus China verloren. Das sind also viele Unterbrechungen“, sagte Wright demnach.
Die US-Regierung erwägt laut Reuters und Bloomberg Maßnahmen, um die Kraftstoffpreise in den USA zu senken. Dazu gehört demnach auch ein mögliches Verbot von Diesel-Exporten. Laut Reuters erklärte ein US-Vertreter, es liege „im Interesse Europas“, mit den USA zusammenzuarbeiten, um das Angebot an raffinierten Produkten zu erhöhen und die Kosten für Verbraucher zu senken.
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