Politik

Frühere ARD-Korrespondentin: BSW will Gabriele Krone-Schmalz als Bundespräsidentin vorschlagen

Das BSW bringt Gabriele Krone-Schmalz als mögliche Bundespräsidentin ins Spiel. Bedingung ist jedoch der Einzug in den Landtag.

3 Min
Die frühere Moskau-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz soll nach Ansicht des BSW Bundespräsidentin werden.

Die frühere Moskau-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz soll nach Ansicht des BSW Bundespräsidentin werden.

© Soeren Stache/dpa

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat Gabriele Krone-Schmalz als seine Wunschkandidatin für das Amt der Bundespräsidentin ins Spiel gebracht.

Die BSW-Spitzenkandidaten Claudia Wittig und Thomas Schulze wollen sich für Krone-Schmalz einsetzen, die sie als „Kandidatin des Friedens“ bezeichnen.

Der Vorstoß ist allerdings an eine Bedingung geknüpft. Nur wenn die Partei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am sechsten September in den Landtag einzieht, erhält sie eine Stimme in der Bundesversammlung.

Warum das BSW Krone-Schmalz als Bundespräsidentin will

Ihren Vorschlag begründen die BSW-Spitzenkandidaten mit der Stimmung im Land. Beim „Festival der Meinungsfreiheit“ in Magdeburg habe sich nach Angaben von Wittig und Schulze gezeigt, dass sich viele Menschen eine andere Politik und eine andere Repräsentanz wünschten.

Besonders die Konfrontation mit Russland mache vielen Menschen Angst, erklärten die beiden. Statt „Kriegsrhetorik und weiterer Eskalation“ wünschten sich die Bürger „mehr Diplomatie und Ausgleich“.

Krone-Schmalz beschreiben die beiden Spitzenkandidaten als „klug, weitsichtig, integer und mutig“ – als eine „Stimme der Vernunft“. Sie halten sie für eine „hervorragende Kandidatin – ehrlich und unabhängig“.

Krone-Schmalz war von 1987 bis 1991 Moskau-Korrespondentin und Moderatorin der ARD. Von Oktober 2011 bis 2021 war sie zudem Professorin im Studiengang „TV, Journalistik & Medienwissenschaften“ an der privaten Fachhochschule Business and Information Technology School (BiTS) in Iserlohn. Sie schrieb mehrere Bücher zur Sowietunion und Russland.

Wagenknecht: „Nicht viele Ostdeutsche“ für Aigner oder Klöckner begeistert

Der Zeitplan des Vorstoßes hängt vollständig an der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. „Wenn das BSW Sachsen-Anhalt am 6. September in den Landtag einzieht und damit eine Stimme in der Bundesversammlung erhält, machen wir uns für Gabriele Krone-Schmalz als Bundespräsidentin stark“, erklärten Wittig und Schulze.

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„Es dürfte nicht viele Ostdeutsche geben, die von Ilse Aigner oder Julia Klöckner als Bundespräsidentin begeistert sind“, erklärte BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht. Krone-Schmalz wäre nach ihren Worten „eine glaubwürdige Persönlichkeit, die vielen Menschen aus dem Herzen spricht“.

Auch Wittig und Schulze formulieren ihren Vorstoß als Gegenentwurf. Es brauche „eine überzeugende Alternative zu Ilse Aigner oder Julia Klöckner“, so die beiden.

Bundespräsidentenwahl findet 2027 statt

Gewählt wird das neue Staatsoberhaupt von der Bundesversammlung. Sie kommt am 30. Januar 2027 zusammen. Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. Seine zehnjährige Amtszeit endet im März 2027.

Als aussichtsreiche Anwärterin gilt bislang Ilse Aigner (CSU), die Präsidentin des bayerischen Landtags. CSU-Chef Markus Söder hat ihr bereits Unterstützung zugesichert. „Wenn Ilse Aigner möchte, hat sie meine volle Sympathie und Unterstützung“, sagte er den Zeitungen Münchner Merkur und tz. Die Union werde „nach dem Sommer einen Vorschlag machen“.

Rückhalt gibt es auch aus der SPD. Der frühere Bundesarbeitsminister Hubertus Heil nannte Aigner „eine kluge und verantwortungsbewusste Demokratin“ und „eine geeignete Kandidatin“.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reagierte dagegen zurückhaltend. Er wolle sich mit den Parteivorsitzenden von SPD und CSU „im Herbst“ verständigen und nehme Vorschläge „mit Interesse zur Kenntnis“.

SPD-Chef Lars Klingbeil strebt einen gemeinsamen Vorschlag der Koalition an. Er schätze Aigner als „Brückenbauerin“, betonte aber: „Ich finde, es ist jetzt an der Zeit, dass es eine Frau wird.“

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