Die Krise der Warenhauskette Galeria trifft die ostdeutschen Flächenländer mit voller Härte. Das Unternehmen hat die Filialen in Potsdam (Brandenburg), Magdeburg (Sachsen-Anhalt) und Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) auf eine Schließungsliste gesetzt. Damit droht gleich drei wichtigen Innenstädten in Ostdeutschland der Verlust ihres letzten großen Kaufhauses.
Betroffene Standorte in Ostdeutschland:
- Brandenburg: Potsdam
- Mecklenburg-Vorpommern: Wismar
- Sachsen-Anhalt: Magdeburg
Bundesweit stehen 33 der insgesamt 83 Galeria-Filialen auf dem Prüfstand, darunter beispielsweise vier in Berlin und sieben in Nordrhein-Westfalen.
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Mieten und Ertragskraft: Wonach Galeria die Häuser auswählt
Über den Fortbestand entscheiden nach Angaben des Unternehmens die Verhandlungen mit den Vermietern über Mietkonditionen und Flächenanpassungen. Kämen keine tragfähigen Vereinbarungen zustande, sei die Fortführung der jeweiligen Häuser gefährdet. Ausgewählt wurden die Standorte laut Galeria unter anderem anhand der Mietbelastung und der Ertragskraft.
Geschäftsführer Tilo Hellenbock kündigte an: „Wir werden jeden Standort einzeln und ergebnisoffen betrachten.“ Einen Zeitplan für die anstehenden Entscheidungen nannte eine Unternehmenssprecherin nicht. Auch mit den Vermietern der rund 50 nicht gelisteten Filialen sollen den Angaben zufolge Gespräche geführt werden, da überall Optimierungspotenzial bestehe. Zugleich prüft das Unternehmen Umzüge in andere Immobilien sowie Neueröffnungen.
160 Millionen Euro frisches Kapital an Sanierungsplan geknüpft
Hintergrund der Überprüfung ist ein Sanierungsplan, der an eine neue Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro geknüpft ist. Bereitgestellt werden die Mittel von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers. Bereits im Juni war bekannt geworden, dass rund 30 der 83 Häuser als gefährdet gelten. Das frische Geld soll unter anderem einen Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital ablösen und offene Mietzahlungen begleichen. Mehrere Vermieter hatten sich zuletzt über ausbleibende oder unvollständige Zahlungen beschwert; Galeria verwies auf Liquiditätsschwankungen und Stundungsbitten.
Der Konzern beschäftigt bundesweit rund 12.000 Menschen. Anfang 2024 meldete er zum dritten Mal in vier Jahren Insolvenz an, wobei auch die Schieflage des früheren Mutterkonzerns Signa eine Rolle spielte. Eigentümer sind seit 2024 die US-Investmentgesellschaft NRDC und eine Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz.
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