Das Gelöbnis der Bundeswehrsoldaten am 20. Juli - an dem Tag, an dem sich das Attentat auf Adolf Hitler zum 64. Mal jährt - darf in diesem Jahr nicht vor dem Reichstag stattfinden. Ein Antrag der Bundeswehr, das Gelöbnis dort zu vollziehen, wurde vom Grünflächenamt des Bezirksamts Mitte abschlägig beschieden, bestätigte der Bezirksbürgermeister von Mitte, Christian Hanke (SPD), gestern einen entsprechenden Bericht des Magazins Focus. Warum es nicht erlaubt wurde, ist allerdings unklar."Wir haben uns im Bezirksamt für das Gelöbnis vor dem Reichstag ausgesprochen", sagte Hanke. Vor zwei bis drei Wochen sei in einer Sitzung des Bezirksamts über den Antrag der Bundeswehr beraten worden. Bedenken hatte es wegen der Rasenfläche und den dort eingebauten Wasserleitungen und Sprinkleranlagen gegeben. Das Bezirksamt entschied sich dennoch für das öffentliche Gelöbnis. Aber offensichtlich hatte das Grünflächenamt der Bundeswehr schon eine Absage erteilt, diese daraufhin ihren Antrag zurückgezogen. Gestern konnte der Bezirksbürgermeister die Sache nicht aufklären, da die Mitarbeiter nicht erreichbar waren. "Ich werde den Vorgang heute klären", sagte Hanke. Er selbst habe erst aus einem Brief von Vertretern des Verteidigungsausschusses im Bundestag erfahren, dass das Gelöbnis vor dem Reichstag nicht zustande kommt.Die Senatskanzlei war in den Vorgang nicht involviert. Für die Genehmigung von Veranstaltungen vor dem Reichstag ist der Bezirk Mitte zuständig.Seit 1999 leisten die Soldaten am 20. Juli ihr Gelöbnis im Bendlerblock an der Stauffenbergstraße. Dort war Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 zusammen mit anderen Offizieren hingerichtet worden. Außerdem spielten Sicherheitsgründe bei der Entscheidung, das Gelöbnis dorthin zu verlegen, eine Rolle. 1996 fand das Gelöbnis am Schloss Charlottenburg, 1998 vor dem Roten Rathaus statt - jedes Mal gab es massive Proteste. Auch 1999 im Bendlerblock gab es nochmals Probleme, als nackte Frauen und Männer über den Platz liefen und die Zeremonie störten. Die Demonstranten hatten sich mit Presseakkreditierungen Zutritt verschafft. In den Jahren danach blieb es im Bendlerblock ruhig, im Jahr 2006 war die Protestveranstaltung von der Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienst und Militär mangels Beteiligung sogar abgesagt worden.Vor dem Reichstag trat die Bundeswehr zuletzt 2005 auf: Mit einem Großen Zapfenstreich wurde das 50-jährige Jubiläum der Bundeswehr begangen.
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