Die Eltern verzichten auf ein paar Euro mehr Kindergeld und dafür sind die Kitas in Zukunft gebührenfrei. Dieser Vorschlag der SPD klingt doch vernünftig, liebe Mütter und Väter, oder etwa nicht? Mal ehrlich: Was kann man von dem bisschen Kindergeld schon kaufen? Ihr trinkt zwei, drei Bier weniger im Monat und schon ist das Problem gelöst. Wenn man es genau betrachtet, könntet Ihr sogar ein Menge Geld und Mühe sparen. Wie das gehen soll? Na ganz einfach: Ihr schickt Eure Kleinen in einen Kindergarten, wo sie liebevoll betreut und köstlich bekocht werden, wo sie lustige Spielkameraden finden, ein Musikinstrument lernen und gemeinsam turnen können, wo sie Sprachunterricht bekommen und von erstklassigen Erziehern auf die Schule vorbereitet werden. Alles kostenlos, versteht sich. Angesichts dieser paradiesischen Aussichten wird doch wohl niemand auf einer lächerlichen Kindergelderhöhung von - sagen wir zehn Euro bestehen!Wer meint, die Argumentation habe einen Haken, liegt richtig. Die Regierung hatte nämlich überhaupt nicht vor, das Kindergeld zu erhöhen. Die SPD spricht also über Milliarden, die noch nicht einmal als politischer Wille existieren, geschweige denn in die Haushaltspläne des Finanzministers eingestellt sind. Diese Debatte ist virtuell und wird zu nichts führen. Weder erhöht der Bund das Kindergeld, noch wird er sein Versprechen kostenloser Kindergärten einhalten können. Dafür sind nämlich die Länder zuständig. Aber schön, dass mal wieder darüber geredet wird. Sonst würden die Eltern am Ende noch vergessen, wie ein Familienparadies aussehen könnte.
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