Der deutsche Staatsbürger räumte die Vorwürfe der Anklage ein. Zuvor hatte das Gericht eine Verständigung in Aussicht gestellt, die das Verfahren beschleunigen und die Strafe reduzieren könnte. Danach könnte der Angeklagte mit einer Strafe von maximal zwei Jahren rechnen, die auf Bewährung ausgesetzt würde.
Der Mann ließ über seinen Verteidiger erklären, er sei nicht besonders religiös aufgewachsen. Im Frühjahr 2007 habe er jedoch in Berlin Kontakt zu Salafisten bekommen. Er habe sich zunehmend fremd in Deutschland gefühlt. Im März 2010 sei er dann in das Grenzgebiet gereist und habe sich der DTM angeschlossen. Deren Ziel war es, die Streitkräfte der Nato-Mission anzugreifen und die afghanische Regierung zu beseitigen. „Ich wusste das alles“, hieß es in der Erklärung.
„Götzenbilder“: Taliban köpfen Schaufensterpuppen
Berliner zahlte 500 Euro für Waffen und Propaganda
Nach seiner Aufnahme in die DTM habe er 500 Euro in die Gruppenkasse eingezahlt, wie es generell üblich gewesen sei. Dieses Geld sei unter anderem für die Beschaffung von Waffen, Munition und Propagandamittel verwendet worden. Er sei an der Waffe ausgebildet worden, hieß es in der Erklärung. An Kämpfen selbst habe der Angeklagte nicht teilgenommen.
Nach dem Tod des Anführers der DTM im April 2010 löste sich die Gruppe von Islamisten auf, deren Mitglieder in Deutschland aufwuchsen. Der Angeklagte blieb nach eigenen Angaben weiter in Pakistan; Details wollte er nicht nennen. „Es bleiben zehn Jahre, über die Sie bewusst nicht sprechen wollen“, stellte der Vorsitzende Richter Olaf Arnoldi fest.
Angeklagter soll sich weiteren Taliban-Gruppierungen angeschlossen haben
Im August 2020 war der Angeklagte zurück in Deutschland – und kam aufgrund eines Haftbefehls von 2013 in Untersuchungshaft. Nach etwa zwei Monaten wurde er gegen Auflagen vom weiteren Vollzug verschont. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gibt es zwei weitere Ermittlungsverfahren gegen den 31-Jährigen. Im ersten Fall gehe es um die Zeit in Pakistan nach Auflösung der DTM. Es wird vermutet, dass er sich anderen Taliban-Gruppierungen anschloss. Danach soll er in einer anderen Krisenregion – möglicherweise Syrien – weiter aktiv gewesen sein.
IS-Sympathisant aus Berlin wegen Terrorplänen angeklagt
Das Kammergericht hat zunächst fünf weitere Verhandlungstage bis zum 24. Januar geplant. Der Prozess soll an diesem Donnerstag fortgesetzt werden.
Polizeibericht Berlin
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