Brandenburg stattet seine Gerichtsvollzieher mit Schutzwesten aus. In den kommenden Wochen sollen die Landesbediensteten schrittweise mit der neuen Ausrüstung versorgt werden, wie Justizminister Benjamin Grimm (SPD) mitteilte. Insgesamt können 115 bereits tätige und angehende Gerichtsvollzieher die Schutzwesten erhalten. Eine Verpflichtung zum Tragen besteht laut Ministerium nicht.
Grimm betonte, die allermeisten Außentermine verliefen ohne besondere Vorkommnisse. Dennoch könne es zu Situationen kommen, in denen eine Gefährdung nicht ausgeschlossen werden könne. „Für diese Fälle müssen wir Vorsorge treffen und eine angemessene Schutzausrüstung zur Verfügung stellen“, sagte der Minister. Gerichtsvollzieher übernähmen eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe für den Rechtsstaat und begegneten Menschen häufig in schwierigen und belastenden Situationen.
Tödlicher Angriff im Saarland
Wie gefährlich der Beruf sein kann, zeigte sich im November 2025 im saarländischen Bexbach. Dort wurde ein 58-jähriger Gerichtsvollzieher im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit getötet.
Es gehe nicht darum, den beruflichen Alltag als grundsätzlich gefährlich darzustellen, hieß es in einer Mitteilung des Brandenburger Justizministeriums. Das Berufsbild habe sich in den vergangenen Jahren nach Angaben einer Ministeriumssprecherin allerdings „erheblich verändert“. Gerichtsvollzieher klärten Vermögenswerte von Schuldnern auf und ermöglichten damit Gläubigern, ihre berechtigten Ansprüche durchzusetzen. „Zugleich sind sie häufig Vermittler in schwierigen Situationen und müssen gerichtliche Entscheidungen konsequent, aber mit Augenmaß umsetzen“, teilte die Sprecherin mit.
Auch Berlin hat aufgerüstet
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Berliner Justizverwaltung angekündigt, ihre 270 Gerichtsvollzieher mit stich- und schusssicheren Westen auszustatten. Eine Weste kostet den Angaben zufolge 1050 Euro, insgesamt veranschlagte die Justiz rund 276.000 Euro. Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) begründete die Entscheidung mit der wachsenden Gewalt gegen Staatsbedienstete. 2024 war in Berlin durch eine Wohnungstür auf eine Gerichtsvollzieherin geschossen worden, die dabei unverletzt blieb.
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