Derzeit arbeiten am Standort rund 640 Mitarbeiter, wie die IGBCE mitteilt. Demnach sei die Belegschaft am Donnerstag über die Schließungspläne informiert worden. Die Gewerkschaft kündigte entschiedenen Widerstand an. Von Unternehmensseite wurde erklärt, dass GSK tatsächlich heute die Absicht bekannt gemacht habe, die Produktion von Grippeimpfstoffen an seinem Standort Ste-Foy, Kanada, zu konsolidieren und infolgedessen mit einem strukturierten Ausstieg aus der Produktion in seinem Dresdner Werk zu beginnen.
„Dieser Vorschlag ist das Ergebnis einer eingehenden strategischen Prüfung der langfristigen Tragfähigkeit der beiden von GSK betriebenen Grippeimpfstoff-Produktionsstätten in Dresden und in Ste-Foy. Grund für die Prüfung ist die sinkende Nachfrage nach traditionellen eibasierten Grippeimpfstoffen, was dazu führt, dass die Produktionskapazitäten derzeit über dem erforderlichen Bedarf liegen. Uns ist bewusst, dass das sehr schwere Nachrichten für unsere engagierten Kolleginnen und Kollegen in Dresden sind“, so GSK in einer Mitteilung.
Betroffen sind von diesem Vorschlag alle rund 650 Mitarbeitenden vor Ort. Die betroffenen Mitarbeitenden stünden für GSK an erster Stelle. Ihnen stehe ein breites Unterstützungsangebot zur Verfügung, das sofortige, praktische und individuelle Hilfe umfasst. Dazu gehört auch ein erweitertes unabhängiges Mitarbeiterunterstützungsprogramm, das vertrauliche Leistungen bietet. „Wir verpflichten uns, eng mit dem Dresdner Betriebsrat und allen Mitarbeitenden zusammenzuarbeiten, Informationen transparent zu teilen und maßgeschneiderte Unterstützungsmaßnahmen bereitzustellen, um alle durch diesen Übergang zu begleiten“, so der Konzern.
Das Serumwerk in Dresden steht vor dem Aus. Grund ist die Konzentration der Imfstoffherstellung im Schwesterwerk in Kanada.
© Robert Michael/dpa
Umsetzung der Schließungspläne bis Ende 2027 geplant
Der geplante Zeitrahmen für die Umsetzung dieser Änderung erstreckt sich bis Ende September 2027. Dieser Zeitraum ermögliche einen sorgfältigen und strukturierten Übergang und gäbe dem Unternehmen die Möglichkeit, die nächsten Schritte verantwortungsvoll umzusetzen und fortlaufend Klarheit zu schaffen. Beide Produktionsstätten werden nach Unternehmensangaben weiterhin daran arbeiten, die aktuelle Grippe-Saison sowie unsere pandemischen Verpflichtungen zuverlässig zu unterstützen.
GSK hat in Deutschland mehr als 2.000 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten, darunter in der Unternehmenszentrale in München, die Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Heidelberg und Berlin sowie die Impfstoffproduktion in Marburg. „Deutschland ist für GSK ein wichtiger Markt und ein bedeutender Standort innerhalb des Unternehmens. Wir bleiben entschlossen, das Life-Science-Ökosystem in Deutschland weiter zu stärken und den zuverlässigen Zugang von Patienten zu unseren innovativen Arzneimitteln und Impfstoffen sicherzustellen. Da Influenza weiterhin eine erhebliche Herausforderung für die öffentliche Gesundheit darstellt, treibt GSK die Entwicklung innovativer mRNA-Technologien voran, die einen verbesserten Schutz vor Grippe ermöglichen sollen“, lässt sich die Unternehmensleitung zitieren.
Die Firma GSK produziert im Dresdner Werk Impfstoffe gegen Grippe und Hepatitis. Nach früheren Angaben des Unternehmens werden pro Woche zwei Millionen Impfdosen hergestellt. Mit der Schließung droht Sachsen hoch qualifizierte Industriearbeitsplätze und Deutschland wichtige pharmazeutische Produktionskompetenz zu verlieren, kritisiert die Gewerkschaft.
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Gewerkschaft fordert Anstrengungen von allen Seiten
„Diese Nachricht trifft uns bis ins Mark“, sagte Peter Mißbach, Betriebsratsvorsitzender am GSK-Standort Dresden: „Wir werden geschlossen, laut und entschlossen für unsere Arbeitsplätze kämpfen.“
Laut Gewerkschaft seien inzwischen in Sachsen 4250 Arbeitsplätze in der Pharmabranche verloren gegangen. Sie forderte das Unternehmen auf, die Schließungspläne auszusetzen, die Entscheidungsgrundlagen offenzulegen und mit Betriebsrat und Gewerkschaft ernsthaft über Alternativen zu verhandeln. Von Bund und Freistaat werde ein gemeinsamer Standortgipfel erwartet.
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