BERLIN. Beim Berliner Energieriesen Vattenfall Europe spitzt sich der Streit um den Abschluss eines Konzern-Tarifvertrags zu. Die Verhandlungen mit dem Management seien festgefahren und drohten zu scheitern, teilten die Gewerkschaften IG BCE, Verdi und IG Metall gestern mit. Aus diesem Grunde sind Protestaktionen geplant, auch Warnstreiks und Streiks werden nicht ausgeschlossen. Strittig ist der Geltungsbereich des Tarifvertrags. Er soll nach dem Willen der Gewerkschaften auch für künftige Ausgliederungen und Ausgründungen gelten. Vattenfall Europe lehnt dies ab.Beschäftigte gehen auf die StraßeMit Demonstrationen vor den Vattenfall-Zentralen an der Chausseestraße in Berlin sowie in Cottbus wollen die Beschäftigten heute Nachmittag den Druck auf die Geschäftsleitung erhöhen. Am Donnerstag ist eine Protestveranstaltung in Hamburg geplant, am 1. März wollen Beschäftigte anlässlich der Hauptversammlung des Unternehmens auch vor dem Berliner Estrel-Hotel demonstrieren."Die Arbeitnehmer nehmen den Konflikt sehr ernst. Wenn nötig, wird es nicht bei diesen Protestaktionen bleiben. Das geht hin bis zu Warnstreiks und darüber hinaus", sagte Verdi-Sekretär Volker Stüber. Ende März ende die Friedenspflicht des bisherigen Vergütungstarifvertrages. Vattenfall-Management und Gewerkschaften verhandeln seit mehr als zwei Jahren über einen Konzern-Tarifvertrag. Er soll im gesamten Unternehmen Vergütungsstruktur und Arbeitsbedingungen regeln. Vattenfall Europe war 2002 aus Bewag, HEW, Veag und Laubag hervorgegangen. Der Konzern beschäftigt rund 18 000 Mitarbeiter.Personalvorstand Alfred Geißler sagte der Berliner Zeitung: "Auch wir haben Interesse an einem Konzerntarifvertrag und haben alles getan, was dafür erforderlich ist." In Tarifgesprächen sei es normal, dass die unterschiedlichen Interessen kontrovers diskutiert werden. Beide Seiten seien guten Willens, also müsse sich die derzeitige Situation auch auflösen lassen. (thk.)------------------------------Foto : Heizkraftwerk von Vattenfall Europe in Berlin-Wilmersdorf
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