Nach dem Hauseinsturz auf der James-von-Moltke-Straße haben die Ermittler ihre Spurensicherung beendet. Vieles deutet auf eine Explosion hin – die Gasleitungen der Stadtwerke schließen die Behörden als Auslöser aus.
Knapp fünf Wochen nach dem Hauseinsturz in der Görlitzer Innenstadt haben Staatsanwaltschaft und Polizei die kriminaltechnischen Untersuchungen abgeschlossen. Am Freitag, 19. Juni, endete die aufwendige Spurensicherung an dem zerstörten Gebäude auf der James-von-Moltke-Straße, wie beide Behörden gemeinsam mitteilen. Die zeitweise gesperrten Gasleitungen wurden geprüft und für den regulären Betrieb freigegeben.
Sachverständige nennen wahrscheinliche Ursache der Verpuffung
Die ersten Gutachten erhärten den Verdacht, dass die Explosion eines Gas-Luft-Gemisches das Haus zum Einsturz brachte. Einen Defekt an den Leitungen der Stadtwerke Görlitz schließen die Ermittler nach bisherigem Stand als Auslöser aus. Die gesamte Gasinstallation – sie befand sich ausschließlich im Keller des Gebäudes – wurde gesichert. Das Landeskriminalamt Sachsen baut die Teile nun als 3D-Modell nach. Damit wollen die Experten klären, ob jemand vor der Explosion an dem Leitungssystem manipuliert hat oder ob die Schäden erst durch die Explosion entstanden sind.
Wann die Straße wieder für den Verkehr frei wird, ist offen. Die Wiederherstellung des Hauses und die Statik der Nachbargebäude liegen bei den jeweiligen Eigentümern. Im Umfeld hatten die Stadtwerke nach dem Unglück mehrere Gebäude vorsorglich vom Netz genommen; sie sind inzwischen wieder mit Gas versorgt.
Ermittlungen reichen bis nach Polen
Die Auswertung des Spurenmaterials wird noch dauern. Die Kriminaltechniker sichern DNA-, Finger- und Formspuren, dazu kommen mehrere Sachverständigengutachten. Auf den öffentlichen Zeugenaufruf vom 7. Juni gingen bislang elf Hinweise ein. Sie helfen vor allem, die Wege der beiden Tatverdächtigen am Tag des Unglücks nachzuzeichnen. Die Behörden bitten weiter um Hinweise aus der Bevölkerung.
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Ermittlungen nach Hauseinsturz in Görlitz gehen weiter - Ermittler sichern Spuren
Weil Görlitz unmittelbar an der Neiße liegt, führen die Spuren auch über die Grenze: Über ein Rechtshilfeersuchen an Polen erhielt die Staatsanwaltschaft erste Ergebnisse, darunter Telefonverbindungsdaten. Nach Medienberichten sitzen zwei Männer – ein 27-jähriger Pole und ein 33-jähriger Afghane – bereits in anderer Sache in Untersuchungshaft.
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