Im Landkreis Görlitz gibt es seit Samstag die erste Katastrophenschutzeinheit Sachsens für Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV). Das teilte das Landratsamt Görlitz mit. Die Gründung fand in der Feuerwache Tunnel Königshainer Berge statt, mit Landrat Stephan Meyer, Ministerpräsident Michael Kretschmer und Sozialdezernentin Martina Weber.
Die Einheit soll bei Großschadenslagen und Katastrophen Betroffene, Angehörige und Zeugen betreuen, also dann, wenn die üblichen Strukturen nicht mehr reichen. Der Freistaat gibt dem Landkreis zwei Staffeln mit je sechs Einsatzkräften vor. Alle Funktionen sollen doppelt besetzt werden, damit die Einheit ständig einsatzfähig ist. Grundlage ist die Änderung des Sächsischen Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzgesetzes aus dem Jahr 2024, die die PSNV in den Katastrophenschutz aufnahm.
Für den Alltag ändert sich nichts: Die zwei ehrenamtlichen Kriseninterventionsteams im Landkreis bleiben bestehen und werden in die neue Einheit eingebunden. Sie rücken weiter bei plötzlichen Todesfällen, Suiziden und schweren Unglücken aus. Nach dem Hauseinsturz in Görlitz hatten sie Angehörige der Verschütteten mehrere Tage lang begleitet. Der Landkreis sucht weitere Freiwillige für die neue Aufgabe.
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Bislang hat der Landkreis rund 30.000 Euro in Schutzkleidung, Alarmierungstechnik und Ausbildung gesteckt, unterstützt durch eine zusätzliche Förderung. Die drei vorgesehenen Einsatzfahrzeuge muss nach Darstellung des Landkreises der Freistaat beschaffen. Landrat Meyer forderte, das solle bald geschehen: „Damit die neue Einheit aber tatsächlich dauerhaft und vollumfänglich einsatzbereit sein kann, benötigen wir auch die vom Freistaat vorgesehenen Fahrzeuge, die in freien Zeitanteilen auch zur Gefahrenabwehr im Landkreis genutzt werden können.“
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