Lebensleistung

Grüne aus dem Osten fordern Quote für Ostdeutsche in Bundesbehörden

Undankbar und missgelaunt: So werden die Menschen in Ostdeutschland viel zu oft wahrgenommen, meint die Ost-AG der Grünen-Bundestagsfraktion. Dabei gebe es einiges zu lernen von den Ostdeutschen.

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Katrin Göring-Eckardt, in der DDR geboren und aufgewachsen, sieht bei dem Umgang mit der Geschichte auch Fehler in Westdeutschland.

Katrin Göring-Eckardt, in der DDR geboren und aufgewachsen, sieht bei dem Umgang mit der Geschichte auch Fehler in Westdeutschland.

© Niklas Graeber/dpa

Die Ost-Arbeitsgemeinschaft der Grünen-Bundestagsfraktion fordert eine bevorzugte Einstellung von Ostdeutschen in Führungspositionen von Bundeseinrichtungen. Das geht aus einem Papier mit dem Titel „Ostdeutschland als Spiegel der Zukunft" hervor, das der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Forschungseinrichtungen sollen unter Verweis auf Kriterien wie wissenschaftliche Exzellenz von einer solchen Quotenregelung ausgenommen werden.

In dem Papier werben die Grünen-Abgeordneten für mehr Anerkennung der Lebensleistungen ostdeutscher Bürger. „Ostdeutschland ist Vorreiter für den Umgang mit regionalen Umbrüchen, Protagonist mutiger Neuanfänge", heißt es darin. Diese Sichtweise komme in der öffentlichen Debatte jedoch zu kurz.

Die Autoren kritisieren gängige Zuschreibungen: „Die Ostdeutschen werden zu gern pauschal als missmutige Personen dargestellt, die die Vergangenheit in der DDR verherrlichen, undankbar sind für all die westlichen Wohltaten nach der Vereinigung und nun auch noch das Falsche wählen." Eigenschaften wie Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit und pragmatisches Handeln seien in Krisenzeiten wertvoll. Man solle vom Erfahrungsschatz und auch von den Fehlern der Menschen in Ostdeutschland lernen.

Klimaneutrale Technologien und ausländische Fachkräfte

Konkret plädiert die Ost-AG dafür, Ostdeutschland als Standort für klimaneutrale Technologien und deren Erforschung weiter auszubauen. Zudem müsse die Infrastruktur, etwa im Gesundheits- und Schulwesen, besser gefördert werden, um die Lebensqualität in den Regionen zu sichern. Auch die gezielte Anwerbung ausländischer Fachkräfte gehört zu den Forderungen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nachwuchsförderung. Die Abgeordneten fordern die Einrichtung eines Begabtenförderungswerks Ost sowie zusätzliche Fördermaßnahmen, um die Zahl der Schulabbrecher zu senken.

Zur Ost-AG der Grünen-Fraktion zählen Katrin Göring-Eckardt, Steffi Lemke, Andrea Lübcke, Claudia Müller, Julia Schneider, Paula Piechotta, Michael Kellner und Kassem Taher Saleh.

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