BERLIN. Mit einer Wende in der Energie- und Verkehrspolitik wollen die Grünen dem Klimawandel den Kampf ansagen. Die Öko-Partei schlägt dabei Maßnahmen vor, die deutlich über die Pläne der Bundesregierung hinausgehen. So plädieren die Grünen unter anderem für ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf Autobahnen, eine höhere Lkw-Maut und die Abschmelzung des steuerlichen Dienstwagenprivilegs. Die zügige Markteinführung alternativer Fahrzeugantriebe wie Hybrid wollen sie mit 100 Millionen Euro im Jahr unterstützen. "Wir müssen anders produzieren, transportieren, wohnen und leben", sagte die Fraktionsvorsitzende Renate Künast gestern bei der Vorstellung des 76-seitigen neuen grünen Energiekonzepts.Ziel der Grünen ist es, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad Celsius bis 2050 zu begrenzen. Bis zum Jahr 2020 soll dazu der Ausstoß von klimaschädigendem Kohlendioxid um 40 Prozent reduziert werden. Diesem Ziel ist zwar auch die Regierung verpflichtet. Anders als die schwarz-rote Koalition halten die Grünen aber einen Verzicht auf neue Kohlekraftwerke für machbar. Auch das Ende für die deutschen Kernkraftwerke schade dem Klima nicht, heißt es.Anstelle dessen setzen die Grünen bei der Strom- und Wärmeerzeugung auf mehr Energieeinsparung, mehr Effizienz und den Ausbau erneuerbarer Energien. Deren Anteil könne bis 2020 auf 29 Prozent gesteigert werden, bei der Stromerzeugung sogar von heute zwölf auf dann 43 Prozent, sagte der energiepolitische Sprecher, Hans-Josef Fell. Beide Ziele gehen klar über die Pläne von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hinaus. Der SPD-Politiker peilt bei der Stromerzeugung einen Anteil von 27 Prozent an.Erreicht werden sollen die grünen Ziele durch eine bessere Förderung regenerativer Energieträger, von Biogas und der kombinierten Erzeugung von Strom und Wärme. Jährlich soll eine Milliarde Euro aus der Versteigerung von Emissionsrechten in einen Stromsparfonds fließen. Mit dem Geld soll beispielsweise der Kauf von energiesparenden Geräten unterstützt werden.Auch bei der Wärmeerzeugung wollen die Grünen neue Wege gehen. Die Betreiber sollen verpflichtet werden, bei der Erzeugung von Heizwärme einen bestimmten Anteil regenerativer Quellen zu verwenden. Wer dies nicht tut, soll eine Strafabgabe bezahlen. Mit dem so aufgebrachten Geld könnten Maßnahmen zur Gebäude- und Heizungssanierung bezahlt werden.------------------------------China ist weltgrößter LuftverschmutzerErstmals hat China einer Studie zufolge die USA als weltgrößten Luftverschmutzer überholt. Der Kohlendioxid-Ausstoß in der Volksrepublik habe den der USA 2006 um acht Prozent übertroffen, teilte das niederländische Forschungsinstitut Environmental Assessment Agency mit. Insgesamt habe China 6,2 Milliarden Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen.Auf den Plätzen drei und vier der Untersuchung lagen die EU und Russland. Viele Experten waren bislang davon ausgegangen, dass China erst in einigen Jahren die USA überholen würde.------------------------------Foto: Zielmarke der Grünen: generell Tempo 120 auf Autobahnen.
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