Günstig tanken in Tschechien bleibt für viele Grenzbewohner attraktiv – auch nachdem der staatliche Spritpreisdeckel am 20. Juli 2026 ausgelaufen ist. Wer im sächsischen Olbernhau lebt und ein paar hundert Meter über die Grenze ins tschechische Brandov fährt, spart pro Liter mehrere Cent. Über drei Monate lang hatte die tschechische Regierung die Kraftstoffpreise künstlich gedrückt. Seit dem 20. Juli gilt wieder der reine Markt. Trotzdem lohnt sich der Abstecher weiter.
Wie groß ist der Preisunterschied an der Grenze wirklich?
Am deutlichsten zeigt sich der Effekt im Erzgebirge. An der Shell-Tankstelle in Olbernhau standen zeitweise keine Autos an den Zapfsäulen, während sich im nur rund 500 Meter entfernten Brandov eine Schlange wartender Fahrzeuge bildete.
Am Sonntag kostete ein Liter Superbenzin in Olbernhau 2,21 Euro, in Brandov dagegen nur 1,85 Euro. Auch am Montag blieb die tschechische Tankstelle trotz des ausgelaufenen Deckels gut besucht: Super lag bei 1,82 Euro, Diesel bei 1,76 Euro.
Was müssen Grenzgänger beim Zoll beachten?
Grenznahes Tanken ist rechtlich vergleichsweise unkompliziert. Privatpersonen dürfen Kraftstoff, den sie in einem anderen EU-Staat versteuert für den Eigenbedarf gekauft haben, grundsätzlich steuerfrei nach Deutschland mitbringen. Das gilt im Fahrzeugtank und in Reservebehältern.
Bei den Kanistern lohnt jedoch ein genauer Blick, denn hier gibt es unterschiedliche Grenzen:
Deutscher Zoll: Bis zu 20 Liter in Reservebehältern werden bei der Einfuhr aus EU-Staaten nicht beanstandet.
Tschechisches Gesetz: Für den Transport im Fahrzeug erlaubt es streng genommen nur maximal 10 Liter.
Der Zoll kontrolliert derzeit verstärkt. An den Grenzübergängen zu Tschechien und Polen – mit Schwerpunkten in Sachsen, Bayern und Brandenburg – gibt es Stichproben.
Günstig tanken in Tschechien lohnt sich trotz des Endes vom Spritpreisdeckel weiter: An der Grenze bei Olbernhau und Brandov betrug der Unterschied zuletzt rund 34 bis 35 Cent pro Liter – rund 17 Euro bei einer 50-Liter-Tankfüllung. Der Deckel ist zwar Geschichte, der Preisvorteil aber vorerst geblieben.
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