Bundeswehr

2,5 Milliarden Euro für Kampfhubschrauber, die vorerst nicht kämpfen können: Ministerium äußert sich

Fehlerhafte Munition und verspätete Raketen bremsen den neuen Leichten Kampfhubschrauber der Bundeswehr aus. Das Ministerium äußert sich dazu.

2 Min
Das Verteidigungsministerium hat Verzögerungen bei der Einsatzbereitschaft neuer Kampfhubschrauber bestätigt.

Das Verteidigungsministerium hat Verzögerungen bei der Einsatzbereitschaft neuer Kampfhubschrauber bestätigt.

© Björn Trotzki/imago

Der Bundesrechnungshof hat in einem Bericht vor Problemen beim Leichten Kampfhubschrauber gewarnt: Die Maschinen fliegen, kämpfen können sie vorerst nicht.

Das Verteidigungsministerium bestätigte am Montag Verzögerungen bei der Einsatzbereitschaft des neuen Leichten Kampfhubschraubers vom Typ H145M. Ein Sprecher räumte ein, dass Probleme und Verzögerungen bekannt seien. Die Maschine könne zwar in die Luft gehen, für den Gefechtseinsatz tauge sie aber auf absehbare Zeit noch nicht.

Munition mit empfindlichem Zünder

Das größte Hindernis liegt in der Bewaffnung. Die vorhandene 20-Millimeter-Munition für die Bordkanone lässt sich offenbar nicht als sicher freigeben – schuld ist eine elektrostatische Empfindlichkeit des Anzündhütchens. Wann der Hersteller diesen Mangel behebt, ist offen.

Auch die zweite Waffe lässt auf sich warten. Die vorgesehenen israelischen Panzerabwehrraketen sollen erst ab Ende 2027 geliefert und bis 2029 erprobt werden. Diesen Zeitplan bezeichnete das Ministerium selbst als sehr ambitioniert.

2,5 Milliarden Euro und ein enger Zeitplan

Für rund 2,5 Milliarden Euro soll Airbus bis 2028 militärische Varianten des H145M bereitstellen. Die zivile Grundversion ist vielen als Rettungs- und Polizeihubschrauber vertraut, bei der Bundeswehr fliegt sie bereits als Transportmaschine für Spezialkräfte und im Rettungsdienst.

Den Auftrag hatte sich Verteidigungsminister Boris Pistorius 2023 vom Haushaltsausschuss genehmigen lassen. Nun bremsen technische Mängel den Übergang vom Transport- zum Kampfhelikopter.

Zwölf Hubschrauber bis 2029 – Zusagen an die Nato wackeln

Durch die Verzögerungen gerät auch ein internationales Versprechen in Gefahr. Berlin hatte der Nato zugesagt, bis 2029 zunächst zwölf und ab 2032 insgesamt 72 einsatzbereite Kampfhubschrauber bereitzustellen – der Rechnungshof hält diese Marken für gefährdet.

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Das Verteidigungsministerium weist die Befürchtungen zurück, will die Kritik aber prüfen. Ein Sprecher betonte, entscheidend sei ein spürbarer Fortschritt bei den Fähigkeiten; in der „Bringschuld“ sieht er die Industrie.

Die Prüfer gehen über die reine Mängelliste hinaus. Sie empfehlen, das gesamte Vorhaben auf den Prüfstand zu stellen und zunächst keine weiteren Bestellungen bei Airbus aufzugeben. Zusätzlich beanstanden sie Schwächen in der Planung.

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