US-Präsident Donald Trump unternimmt einen neuen diplomatischen Vorstoß zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Seine Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner sollen am Wochenende zunächst Moskau und anschließend Kiew besuchen, wie Trump mitteilte.
Laut Informationen des Nachrichtenportals Axios unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichtet sollen sie dabei zunächst mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und am Sonntag in Kiew mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammentreffen.
„Wir haben eine Idee für den Frieden“, sagte Trump nach am Freitag vor Journalisten. Einzelheiten zum Inhalt des Plans, wie etwa möglichen Gebietsabtretungen der Ukraine, nannte der US-Präsident nicht.
Reise wurde seit Monaten vorbereitet
Witkoff und Kushner besprachen die Reise laut Axios am Donnerstag im Weißen Haus mit Trump. US-amerikanische und ukrainische Regierungsvertreter hätten seit Monaten über einen Besuch in Kiew gesprochen. In den vergangenen Tagen sei die Reise mehrfach infrage gestellt worden, bevor beide Seiten sich auf dieses Wochenende verständigt hätten.
Für Witkoff und Kushner wäre es der erste Besuch in der ukrainischen Hauptstadt. In Moskau hatten sie bereits mehrfach über ein Ende des Kriegs verhandelt. Die bisherigen Vermittlungsversuche der Trump-Regierung blieben jedoch weitgehend ohne Ergebnis. Zuletzt waren Witkoff und Kushner im Januar gemeinsam in Moskau, wo sie mit Putin über ein mögliches Ende des Kriegs sprachen.
Zehn Tage vor dem nun geplanten Treffen am Wochenende reiste CIA-Direktor John Ratcliffe nach Moskau. Er wollte Axios zufolge ausloten, ob die Chefs der russischen Geheim- und Sicherheitsdienste Putin zu ernsthaften Friedensverhandlungen bewegen könnten.
Ukraine bietet Feuerpause für Besuch an
Selenskyj erklärte derweil in seiner abendlichen Videoansprache, die Ukraine habe sich bereit erklärt, am Samstag auf Luftangriffe gegen Russland zu verzichten, damit die US-Gesandten sicher anreisen könnten. Russland müsse im Gegenzug während der Gespräche und der damit verbundenen Reisebewegungen ebenfalls auf Luftangriffe verzichten.
Mehrere Verbände der ukrainischen Streitkräfte erhielten nach Informationen der Ukrainska Pravda zudem die Anweisung, vom 5. bis zum 8. September an der Front vorübergehend das Feuer einzustellen. Eine entsprechende Vereinbarung mit Russland habe zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht bestanden. Zu Beginn des angekündigten Zeitraums wurde in Kiew erneut Luftalarm ausgelöst.
Selenskyj erwartet nach eigenen Angaben konkrete Gespräche. „Wir werden sehen, welche Vorschläge Steve und Jared mitbringen und welche Antwort sie in Moskau erhalten“, schrieb er in einem Post auf X.
Kiew zweifelt an Putins Absichten
Ukrainische Regierungsvertreter äußerten gegenüber Axios große Zweifel an Putins Verhandlungsbereitschaft. Ihre Geheimdienstinformationen deuteten vielmehr darauf hin, dass Russland eine deutliche Ausweitung des Kriegs vorbereite.
Der stellvertretende Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Pawlo Palissa, erklärte demnach, Putin habe mehrere Szenarien für eine Offensive im Norden der Ukraine ausarbeiten lassen. Dabei würden insbesondere die Regionen Kiew und Tschernihiw als mögliche Ziele genannt.
Putin habe zudem mehrere US-Vorschläge für ein Dreiertreffen mit Trump und Selenskyj abgelehnt, berichtete Axios. Der Kreml schloss eine Verhandlungslösung dennoch nicht grundsätzlich aus. Konkrete Voraussetzungen dafür gebe es derzeit jedoch nicht, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax.
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