Brutalität

Häusliche Gewalt: Zahl der Todesopfer in Berlin auf Rekordhoch

2025 sind in Berlin 24 Menschen durch häusliche Gewalt gestorben, sieben mehr als im Vorjahr. Die Statistik zeigt insgesamt einen Anstieg auf über 20.000 Opfer.

3 Min
In diesem Haus an der Marzahner Chaussee wurde eine Frau mit 85 Messerstichen getötet.

In diesem Haus an der Marzahner Chaussee wurde eine Frau mit 85 Messerstichen getötet.

© Thomas Peise

24 Menschen sind im vergangenen Jahr in Berlin durch häusliche Gewalt gestorben. 13 Opfer waren weiblich und 11 männlich. Das ist ein Höchststand. Im Jahr zuvor hatte es 17 Todesopfer gegeben.

Das geht aus der Langfassung der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik 2025 hervor, die die Berliner Polizei jetzt erstellt hat und auf Anfrage der Berliner Zeitung mitteilte.

Der Begriff „häusliche Gewalt“ umfasst alle Formen von körperlicher, sexueller, psychischer und digitaler Gewalt innerhalb von engen, meist familiären oder partnerschaftlichen Beziehungen. Etwa die Hälfte der Gewalttaten macht vorsätzliche einfache Körperverletzung aus, rund ein Fünftel sind Bedrohungen, gefolgt von gefährlicher und schwerer Körperverletzung.

Von den 24 Getöteten wurden 17 Opfer von Mord oder Totschlag, drei starben an einer Körperverletzung mit Todesfolge und vier wurden Opfer einer fahrlässigen Tötung.

Die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt in Partnerschaft und Familie nimmt seit Jahren zu. Im vergangenen Jahr lag sie bei 20.228 – das ist ein Anstieg von rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 zählte die Polizei „nur“ 14.600 Opfer. Etwa 70 Prozent der Opfer sind Frauen.

15.700 Opfer bis Ende September dieses Jahres

Bis Ende September dieses Jahres zählte die Polizei rund 15.700 Opfer häuslicher Gewalt. Die Schwerpunkte liegen im Bezirk Mitte, zu dem die Ortsteile Moabit, Gesundbrunnen und Tiergarten gehören, sowie die Bezirke Neukölln und Marzahn-Hellersdorf.

Zu den tödlichen Fällen, die im Jahr 2025 bekannt wurden, gehört einer vom 25. Januar in Marzahn: Zeugen fanden in einem Wohnhaus in der Marzahner Chaussee eine schwer verletzte Frau im Fahrstuhl, die später starb. Festgenommen wurde ihr 29-jähriger ehemaliger Lebensgefährte. Die Getötete war 27 Jahre alt. Laut Anklage soll die Trennung den Mann tief gekränkt haben. Er hatte die Frau mit 85 Messerstichen getötet.

Am 3. April fanden Polizisten in einer Wohnung im Falkenhagener Feld eine tote 56-Jährige. Ihr 60-jähriger Lebenspartner wurde als Tatverdächtiger festgenommen. Und am 16. April nahm die Polizei einen Afghanen fest, der in einer Wohnung in Britz seine ebenfalls aus Afghanistan stammende 37-jährige Ex-Frau umgebracht haben soll.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner